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29.07.2014    18:46 Uhr
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"Oste-Stör" wird Fisch des Jahres: Nationaler Dachverband würdigt Wiederansiedlungsprojekt


Landkreis 14 Nov. 2013
 
osteland-stoer-fischdesjahresGroße Freude an der Oste: Der einst auch im längsten Nebenfluss der Niederelbe heimische, vor rund hundert Jahren ausgerottete und seit fünf Jahren hier zwecks Wiedereinbürgerung freigesetzte "Europäische Stör" (Acipenser sturio) ist zum "Fisch des Jahres 2014" ausgewählt worden. Der Deutsche Angelfischerverband, ein Zusammenschluss des bisherigen Verbandes Deutscher Sportfischer (VDSF) und des Deutschen Angler Verbandes (DAV), hat die Wahl getroffen, um auf die Gefährdung des nur noch in der französischen Gironde heimischen Urzeitfisches hinzuweisen.

Abgestimmt worden ist die Benennung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF). Die gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft Osteland sieht sich durch die Nominierung des "Oste-Störs" in ihrer Forderung bestätigt, das ökologisch wichtige Gewässersystem zwischen Weser und Elbe wieder "wanderfischgerecht" zu gestalten, die Laichmöglichkeiten für Stör, Lachs und Meerforelle zu erweitern und letzte Barrieren wie das Bremervörder Wehr durch Sohlgleiten und ähnliche Aufstiegshilfen zu ersetzen.

In der Begründung zur Wahl des "Fischs des Jahres" wird ausdrücklich auch die Oste genannt. Die "Anstrengungen zur Wiedereinbürgerung dieses beeindruckenden Bewohners unserer Fließgewässer in Elbe, Havel und Oste", so heißt es, sollten "in den Focus der Öffentlichkeit gerückt" werden. Bereits im September war das von den 8.000 Sportfischern an der Oste unterstützte Wiederansiedlungsprojekt in einer Feierstunde auf der brandenburgischen Burg Lenzen als "Beispielprojekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt" ausgezeichnet worden.

Für die Arbeitsgemeinschaft Osteland und deren Arbeitskreis Wanderfische Oste nahmen Jochen Bölsche und Wolfgang Schütz (beide Osten/Oste) eine von Umweltminister Peter Altmaier unterzeichnete Urkunde entgegen. Die Rettung des Europäischen Störs sei "vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn", betonte in seiner Festrede Professor Dr. Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Für die über 500 Vereins- und Gemeindevertreter sowie Einzelmitglieder in der AG Osteland ist die Wiederansiedlung des Kaviarfischs eines der Schwerpunktprojekte der letzten Jahre. Der Ostener "Störvater" Schütz und andere Mitglieder installierten ein Stördenkmal ("Hein Stör") in Oberndorf und veranstalteten in den Oste-Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg "Kaviarnächte", ferner eine Wanderausstellung mit dem Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen", einen "Störgipfel", Radtouren "Auf den Spuren der Wanderfische" sowie "Oste-Stör-Feste" in Oberndorf und in Bremervörde-Elm.

Vorgestellt wird der aktuelle Stand des Ansiedlungsprojekts von Wolfgang Schütz in einer Veranstaltung der AG-Osteland-Fachgruppe Natur- und Umweltschutz ("Grünes Netz Oste") am Mittwoch, 27. November, 19.30 Uhr, in Schomakers Landgasthof, Bremervörde-Elm, Elmer Landstraße 26. Weitere Themen sind Moorschutz-Strategien für das Osteland, über die Martina Leitner aus Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) spricht, Vorsitzende der Bürgerinitiative für den Erhalt der Moore, sowie die umweltpädagogischen Angebote des kürzlich von der UNO ausgezeichneten Natureums Niederelbe in Balje (Landkreis Stade), die von der Geschäftsführerin Dr. Clivia Häse vorgestellt werden.

Hintergrund: Heimat des Europäischen Störs ist der Nordostatlantik, zum Laichen schwimmt er flussaufwärts in die französische Gironde. Störe werden durchschnittlich ein bis drei Meter lang und zehn bis hundert Kilogramm schwer. Sie können aber bis zu sechs Meter und 600 Kilogramm erreichen. Zum „Fisch des Jahres“ gekürt werden jährlich Arten, die infolge schädigender Einflüsse auf die Gewässer oder aus anderen Gründen stark beeinträchtigt oder gar vom Aussterben bedroht sind. Vor dem Stör war die Forelle zum "Fisch des Jahres" gewählt worden.

Foto: So einen großen Stör, wie er einst massenhaft in der Oste schwamm, gibt es nur noch in einer Vitrine im Natureum Niederelbe zu sehen.

 
 

 


 
 
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