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Freitag, 07.10.2022

Dorfbevölkerung feiert gelungenes Erntedankfest

Eines der ältesten Feste, das die Menschen weltweit feiern, ist das Erntedankfest. Dieser herbstliche Brauch birgt daher eine lange Tradition. Eben dieses Wort zog sich Samstag wie ein roter Faden durch die Erntedankfeier in Groß Meckelsen, die nachmittags auf dem prächtig mit Feldfrüchten, Blumen und Dekoelementen aus Getreideähren geschmückten Hof der Kronenbauernfamilie Behrens stattfand. Gleich welcher Redner, ob Marco Heins von der Dorfjugend als Veranstalter, Kronenbauer Stefan Behrens, Bürgermeister Dirk Detjen oder Festredner Hans-Heinrich Ehlen: Alle waren sich einig, dass diese uralte Tradition nicht nur erhalten bleiben muss, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft ist.

„Deshalb ist es auch für mich eine Ehre, dass ich in diesem Jahr Kronenbauer sein darf", betonte Behrens, der auch nicht vergaß, Familie, Freunde, Nachbarn und Dorfjugend für ihre Unterstützung zu danken. Das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite, so dass der Festakt im Beisein vieler Gäste im Freien durchgeführt werden konnte. Gewohnt deutliche wie kritische Worte hatte Detjen in seiner Ansprache verpackt. Zunächst ließ er wissen, dass er sich erneut als Bürgermeister zur Wahl stellen werde. „Das wird einigen Leuten nicht gefallen, da sie nicht zufrieden sind mit meiner Arbeit. Lieber wäre mir gewesen, es wäre der direkte Weg gewählt worden. Leider fehlt es immer mehr an Offenheit", bedauerte er. Seinen Worten zufolge sind im neuen Baugebiet zehn Grundstücke verkauft und die ersten Häuser bereits gerichtet worden. An neuen Projekten stehen die Realisierung des geplanten Windparks und die Neugestaltung des Sporthauses an.

Ehlen ging auf die Landwirtschaft ein, die an vielen Stellen in der Diskussion stehe. Ihre zentrale Aufgabe, für Essen und Trinken zu sorgen, werde zunehmend kritisch hinterfragt. Die Landwirtschaft müsse sich dem Wettbewerb der EU und neuerdings auch weltweit stellen. Das führe zu Betriebsaufgaben und größeren Einheiten – auch in der Börde Sittensen. Nach seinen Ausführungen gibt es in Niedersachsen knapp 38.000 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Durchschnittsgröße von 67 Hektar, aber nur für jeden dritten Betrieb einen Nachfolger in der Ausbildung. „Insofern müssen diese Bauern jeweils gut 200 Hektar bewirtschaften, weil es nicht mehr Bauern gibt. Ich wünsche uns allen, dass genügend junge Menschen bereit sind, als Landwirte die Herausforderung anzunehmen und sich von Bedenkenträgern und Kritikern nicht entmutigen lassen", so Ehlen.

Auch Dorfjugendvorsitzender Marco Heins warb eindringlich „für mehr Akzeptanz und Verständnis" für den Beruf des Landwirtes. Er kritisierte die negative Darstellung in den Medien. „Die Landwirtschaft erfährt kaum noch Wertschätzung, so dass einem die Motivation und Freude an der Arbeit genommen wird. Ich möchte darum appellieren, dass sich Zeit genommen wird, um Kontakt zu den Landwirten aufzunehmen, sie direkt anzusprechen und sich vor Ort persönlich zu informieren." Der Verbraucher finde ebenso im Internet und auch in den sozialen Netzwerken viele Informationen. Dazu nannte er die Website "fragdenlandwirt.de" oder „Bauer Willi", wo Fragen offen und ehrlich geklärt würden.

Viel Applaus gab's für die Darbietungen des örtlichen Nachwuchses und der Kronentänzer sowie für die Trachtengruppe Klein Meckelsen und ihre schwungvollen Volkstänze „Tangermünder", „Durchschießer" und „Sternpolka." Im Anschluss gab's Kaffee und Kuchen im Dorfgemeinschaftshaus, am Abend zuvor wurde dort unter guter Beteiligung bei der Erntedisco ordentlich gefeiert. (hm)

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