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Donnerstag, 11.08.2022

Kommunalwahl: SPD legt ordentlich zu - CDU verliert Stimmen - Traumergebnis für Sozialdemokrat Diedrich Höyns

In der Gemeinde Sittensen hatte sich schon vor der Wahl Wechselstimmung breit gemacht. Die heftig umstrittene Frage nach einem Rathausneubau oder Umbau der Volksbank hat sich durch den Wahlkampf gezogen und wohl auch eine entscheidende Rolle gespielt. Der Bürger hat nun deutlich seine Meinung kundgetan und damit eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse herbeigeführt. Denn: Die SPD holte sich 3956 Stimmen und nimmt im Gemeinderat fortan acht Sitze ein, die CDU kommt auf 2598 Stimmen und fünf Sitze. Auch auf Samtgemeindeebene liegt die SPD mit 6899 Stimmen vorn und kann damit zehn Sitze im Rat für sich beanspruchen, die CDU belegt bei 6089 Stimmen neun Sitze. In beiden Räten sind künftig erstmals die Grünen mit jeweils zwei Sitzen sowie die FDP mit jeweils einen Sitz vertreten. Ein „Traumergebnis" erzielte in Sittensen SPD-Bürgermeisterkandidat Diedrich Höyns mit 1995 Stimmen.

„Das hat mich doch überrascht. Aber ich nehme diese Herausforderung sehr gerne an, obwohl es auch eine große Erwartungshaltung und Verpflichtung mit sich bringt. Aber meine langjährige Erfahrung in der Ratsarbeit kommt mir dabei sicher zugute. Ich freue mich, dass wir eine Mehrheit jenseits der CDU erreichen konnten. Es zeigt sich auch, dass unser Kurs, einen Rathausneubau nicht mittragen zu wollen, richtig war. Künftig wird es darum gehen, realitätsbezogene Entscheidungen zu treffen, Informationen zu teilen und den gesamten Rat teilhaben zu lassen. Es wird sich auch durch die kleinen Gruppierungen einiges verändern, ich bin total gespannt. Wir werden jetzt Gespräche führen, um zu sehen, welche Optionen möglich sind." Auch im Samtgemeinderat holte sich Höyns mit 2525 die meisten Stimmen.

Einen drastischen Stimmverlust musste Sittensens amtierender Bürgermeister Heinz-Hermann Evers (CDU) hinnehmen. 2011 konnte er noch über 1200 Stimmen für sich verbuchen, jetzt sind es nur noch 447. „Mit Abstrichen habe ich gerechnet, aber dieses schwache Ergebnis ist doch sehr enttäuschend", räumt Evers ein. Ob er persönliche Konsequenzen daraus ziehen wird, lässt er noch offen. „In den nächsten Wochen werde ich reiflich überlegen und dann mit Abstand eine Entscheidung treffen", erklärt er. Das schlechte Abschneiden der Christdemokraten sieht Evers auch darin begründet, dass es nicht gelungen sei, zu einer geschlossenen Mannschaft zusammen zu finden. „Das hat die SPD hervorragend gemacht", bekennt er. Das Thema Rathaus und der Beschluss für einen Neubau hätten der CDU geschadet.

Einer, der sich rundherum freut, ist Klaus Brodersen. Ihm ist der Sprung in den Gemeinderat geglückt. Dort wird er nun die FDP mit einem Sitz vertreten. So wie es aussieht, wird er nach dem vorläufigen Gesamtergebnis auch im Kreistag einen Sitz wahrnehmen, wobei die endgültige Entscheidung im Wahlausschuss fällt, der am Donnerstag zusammenkommt. Ob es zu einer Gruppenbildung kommen könnte, darauf möchte er sich jetzt noch nicht festlegen. Was das viel diskutierte Rathausthema angeht, vertritt er im Hinblick auf den Erwerb des ehemaligen Volksbank-Gebäudes durch die Samtgemeinde die Auffassung, dass ohne konkrete Verwendung keine Immobilien gekauft werden sollten.

CDU-Mann Dirk Detjen kann seine Enttäuschung nur schwer verhehlen. Dass er mit 145 Stimmen fast 50 bei der Gemeinderatswahl Groß Meckelsen verloren hat, trägt er noch mit Fassung. „Hut ab vor dem SPD-Kandidaten Hinnerk Martens, der 165 Stimmen eingefahren hat", zollt Detjen diesem Respekt. „Richtig weh" tut ihm allerdings der Sitzverlust im Kreistag. Vor allem ist er enttäuscht über den mangelnden Rückhalt aus dem eigenen Dorf, auch bei der Samtgemeinderatswahl.

„Zwei Legislaturperioden habe ich mich immer eingesetzt für unsere Belange und viel Herzblut investiert. Auch für unser Dorf habe ich mich stets stark gemacht. Ich bin schwer enttäuscht. Als ob man in den letzten fünf Jahren alles verkehrt gemacht hätte", resmümiert Detjen. Und trotzdem: Verbiegen lassen will er sich nicht. „Ich weiß um meine spezielle Art, Dinge sehr direkt anzusprechen. Dafür bin ich abgestraft worden. Im Ort hat man mir auch das langwierige Genehmigungsverfahren für das neue Baugebiet übel genommen. Wer in der ersten Reihe steht, bekommt immer die ersten Patronen ab. Ich werde aber weiterhin nicht meine Fahne in den Wind hängen", versichert Detjen.

Dass die CDU im Samtgemeinderat ihre Mehrheit verloren hat, sei nicht einzelnen Personen geschuldet. „Unsere Entscheidung für den Rathausneubau hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Aber wir haben das einstimmig in unserer Fraktion entschieden und gemeinsam zu verantworten. Es ist uns dabei nicht gelungen, die Kosten authentisch zu transportieren", gesteht Detjen ein.

Auch Iris Stabenau kann frohlocken, denn für Bündnis90/Die Grünen hat sie gemeinsam mit Jörn Keller den Sprung in den Gemeinderat geschafft, mit Uwe Hellmers nimmt sie zwei Sitze im Samtgemeinderat Sittensen ein. Für die WFB holte sich Politik-Neuling Noreen Petersen auf Anhieb einen Sitz im Sittenser Gemeinderat. (hm)

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