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Sonntag, 20.08.2017

Tag der offenen Grabung in Zeven

Archäologische Ausgrabungen finden oftmals im Rahmen von Bauarbeiten statt und können nicht oder nur eingeschränkt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In anderen Fällen gelingt es jedoch, einen „Tag der offenen Grabung" anzubieten, wie jetzt in Zeven. Die Kreisarchäologie Rotenburg führt am Sonntag, 13. August, 14 bis 16 Uhr, Interessierte über das Ausgrabungsgelände im Zevener Gewerbegebiet „Zur Reege."

Die Archäologen konnten dort von 2015 bis 2017 einen Ausschnitt einer mittelalterlichen Siedlung freilegen. Dies war selbst für lokalgeschichtlich Bewanderte überraschend, da hier bislang keine Siedlung vermutet wurde. In Frage käme nur die später verlassene Siedlung Horne oder aber der alte Siedlungskern Zevens.

Bei den Grabungen konnten mehrere ebenerdige Wohn- und Wirtschaftshäuser freigelegt werden, die sich vorwiegend durch Verfärbungen der ehemaligen Pfostenstandspuren bemerkbar machten. Zumindest optisch wesentlich eindrucksvoller waren eingetiefte Bauten wie Keller, Grubenhäuser und Brunnen, die auch für das ungeübte Auge besser zu erkennen sind.

Von besonderem Interesse war eine Gehöftanlage mit einem über 30 Meter langem Haupthaus, das wohl als Adelssitz oder Haupthof angesprochen werden muss. Auch das Fundgut – unter anderem Reitsporen – zeigen die bessere Stellung der Einwohner dieses Hofes. Ergänzt wird dieser Querschnitt aus einem mittelalterlichen Dorf durch Schmiedestellen, die von bäuerlichen Handwerkern genutzt wurden.

Die Funde datieren den Zeitraum der Nutzung auf das 8./9. bis 12./13. Jahrhundert. „Vor dem Hintergrund der Klosterverlegung von Heeslingen nach Zeven im Jahr 1141 befinden wir uns in einer für Zeven spannenden und wichtigen Zeit", so Kreisarchäologe Dr. Stefan Hesse. Zeven war damals – nach Aussage der Urkunden – ein abgelegener Ort.

Diese regionalgeschichtlich wichtige Phase soll am 13. August im Mittelpunkt stehen. Die Kreisarchäologie bietet Führungen über das Gelände und Erläuterung ausgewählter Funde an.

Foto: Im Gewerbegebiet "Zur Reege" können die Hinterlassenschaften einer mittelalterlichen Siedlung besucht werden.