JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert! Bitte aktivieren Sie JavaScript für Treffpunkt-Sittensen, da die Seite ansonsten nicht korrekt funktioniert.
Freitag, 19.08.2022

Marktzelt: Verein Zukunft Börde Sittensen möchte Neuanfang - Ausschuss verweist auf Zustimmung der Anwohner

Schon seit jeher hat das Thema Marktzelt die Gemüter erhitzt: Sei es in den politischen Gremien oder in der Öffentlichkeit. 2012 hatte der Sittenser Gemeinderat entschieden, wegen der zunehmenden Ausschreitungen durch betrunkene Jugendliche, Lärmbelästigung  sowie mangels Betreiber – Vereine aus der Börde – den Betrieb einzustampfen. Seitdem wird das Fehlen des Zeltes vor allem von den jungen Leuten beklagt.

Probleme hatte es auch mit den Anwohnern gegeben. Ein fortwährender Streitpunkt war ebenso die Öffnungszeit des Festzeltes, denn laut Gestattungsverordnung musste um 1 Uhr die Musik ausgeschaltet werden. Dann, wenn die jungen Partygäste heutzutage erst so richtig mit dem Feiern loslegen. Weil auch die Auflagen für die Zeltbewirtschaftung zunahmen, wollte kaum noch ein Verein den Betrieb übernehmen. Die Arbeitsgruppe Veranstaltungen des Vereins Zukunft Börde Sittensen möchte trotzdem das Marktzelt wieder ins Leben rufen. Sprecher Heiko Hastedt trug das Ansinnen im Kulturausschuss der Gemeinde vor.

„Wir möchten für die jungen Leute etwas schaffen, was länger als 1 Uhr geht." Prompt entspann sich eine hitzige Debatte. Denn: Die Politiker verwiesen ein ums andere Mal auf die rechtlichen Vorgaben. Und: „Ohne das schriftliche Einverständnis der Anwohner sehe ich im Ortskern keine Möglichkeiten für die Durchführung einer kommerziellen Veranstaltung", gab Bürgermeister Diedrich Höyns zu verstehen.

Gemeindedirektor Stefan Miesner stieß ins gleiche Horn: „Die Akzeptanz in Sittensen für eine Veranstaltung dieser Art ist anders wie auf den Dörfern nicht da." Bei nahezu jedem Standort für ein Festzelt seien Anwohner davon betroffen. Hastedt wollte das nicht gelten lassen und verwies auf das Börde-Open-Air in Klein Meckelsen, das bis um 4 Uhr vom Landkreis genehmigt sei. „Da steht auch das ganze Dorf dahinter, in Sittensen ist das anders", entgegnete Miesner.

Klaus Huhn, der das Ordnungsamt in Buxtehude leitet, verwies auf das Bundesimmissionsschutz-Gesetz. „Länger als bis 1 Uhr nachts geht hier nicht. Es hallt derart, dass ganz Sittensen beschallt wird. An die gesetzlichen Vorgaben zur Nachruhe hat man sich zu halten." Man müsse gucken, was machbar sei im bewohnten Bereich, aber immer in Absprache mit den Nachbarn.

Miesner machte deutlich, dass ein Zelt im Bereich des Marktplatzes keine Chance habe. Angesichts des veränderten Besucherverhaltens heutzutage müsse man dem Rechnung tragen und versuchen, einen Alternativstandort zu finden. „Dann müssen die jungen Leute längere Wege in Kauf nehmen", meinte er. Ebenso deutlich war seine Ansage, dass die Gemeinde nicht die Bewirtschaftung eines Marktzeltes übernehmen werde. „Das muss ein gewerblicher, professioneller Betreiber sein."

Hastedt ärgerte sich sichtlich: „Sittensen ist die einzige Gemeinde in der Börde, wo ein solches Vorhaben nicht funktioniert." Aufgeben will die Initiative aber nicht und nach Möglichkeiten suchen, um doch noch ein Marktzelt für die jungen Leute auf die Beine zu stellen. Aber auch andere Events hat die Gruppe im Blick, unter anderem würde sie gern ein Stadtfest im Bördeort etablieren. (hm)

powered by webEdition CMS