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Freitag, 24.03.2017

Neujahrsempfang der Gemeinde erstmals unter Federführung von Bürgermeister Diedrich Höyns

Dem neuen Jahr seine Aufwartung machen: mit einem Gläschen alkoholfreien Sekt oder Orangensaft und Gesprächen in lockerer Runde. Das ist guter Brauch in der Gemeinde Sittensen. Zum ersten Mal in seiner Funktion als neuer Bürgermeister oblag es Diedrich  Höyns, die zahlreichen Gäste beim Neujahrsempfang in der Wassermühle zu begrüßen. Der Brauch will es auch, dass dieser am Neujahrstag um 17 Uhr stattfindet. „Das ist nicht der bequemste Termin", räumte Höyns ein und sprach damit nicht wenigen Anwesenden aus dem Herzen.

Bei der Vorstellung der Gästeschar – Vertreter aus Politik, Verwaltung, Polizei, Wirtschaft, der Feuerwehr, Kirchen, Ärzte, Vereine und vom Bauhof - beließ er es dabei, namentlich nur einzelne Gruppierungen und bestimmte Personen zu nennen. Im Besonderen hob er die „wichtige Arbeit" der Feuerwehren hervor, die unlängst gerade bei der Wohnhausexplosion in Kalbe zum Tragen gekommen sei. „Wir sind auch dankbar, dass die Rettungswache in Sittensen ist und danken den Sanitätern, die dort arbeiten", so Höyns.

Seinem Vorgänger als Bürgermeister, Heinz-Hermann Evers und desen Ehefrau Inge, sprach er gleichermaßen seinen Dank „für die unglaublich lange Zeit" aus, die sich beide für Sittensen eingesetzt hätten. „Das ist echt beispiellos." Und an Inge Evers gewandt: „Ohne dich hätte Heinz-Hermann das nicht so geschafft." Mit einer herzlichen Umarmung überreichte er ihr einen Blumenstrauß.


Von den jetzigen Ratsmitgliedern nannte Höyns namentlich Guido Löbbering, der erst am 18. Dezember aus dem Irak zurück gekommen ist, wo er für die Bundeswehr ein halbes Jahr in Bagdad stationiert war. Und er vergaß nicht, die zu erwähnen, „die viel Gutes ganz still und leise tun." Eine gute Gemeinschaft funktioniere nur, wenn alle ein klein wenig mehr täten als es für sie allein nötig sei. „Nur so können wir gemeinsam nach vorne gehen, lernen und vor allem in einer sozialen Gesellschaft leben", so Höyns.

Ein Bestandteil sei die Politik. Die Entwicklungen in Sachen Flüchtlinge und Terrorismus hätten zu oft rat- und handlungsunfähig gemacht. Auch der Zustand der EU mache nachdenklich. „Wie leichtfertig mit der größten Errungenschaft in Europa umgegangen wird und wie auch mit Demokratie und Freiheit in einigen Bereichen gespielt wird, stimmt gleichermaßen nachdenklich. Demokratie braucht unser Interesse und unseren Beitrag, sonst kommen wir vielleicht zu spät, um sie zu retten", gab Höyns zu verstehen. Angesichts der weltweiten Gewalttaten und den Anschlag in Berlin appellierte er darum, „miteinander gegen diese Entwicklung anzustehen und Fremden nicht mit Angst zu begegnen, sondern mit freundlicher Neugierde."

Als neues Gemeindeoberhaupt zog er ebenfalls eine Bilanz des vergangenen Jahres. Aus heutiger Sicht habe sich hier der Zustrom von Flüchtlingen entspannt, viele Dinge hätten sich stabilisiert. Als gutes Beispiel für ehrenamtliche Hilfe in der Börde bezeichnete er die Initiative „Eine Welt in Sittensen" um Wolfgang Steiner. Auch Tafel und Kleiderkammer gehörten dazu.


Mit Blick auf die Kommunalwahl erklärte Höyns, dass er sich über die gestiegene Wahlbeteiligung sehr gefreut habe. Dass sich Mitbürger zusammengefunden hätten, um über die Zukunft in Sittensen nicht nur nachzudenken, sondern sich mit Ideen und Vorschlägen einzubringen, sei ebenso eine gute Sache.


Auch auf die viel diskutierten Themen Rathaus und Ärzteversorgung ging er ein. Aus den Bürgerreihen sei zur Zukunft des Rathauses ein klarer Hinweis gekommen und werde daher in einem Bebauungsplan rund um den Markt berücksichtigt.

Die ärztliche Versorgung sei eines der wichtigsten Themen aus dem letzten Jahr. Einen Dank richtete er an die örtlichen Ärzte für ihre Bereitschaft, sich nach der Schließung des MVZ über das Normale hinaus einzusetzen. Ziel sei es, mit einer kommunalen Eigeneinrichtung Ärzte nach Sittensen zu holen. Die Samtgemeinde befinde sich in guten Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztegenossenschaft in Schleswig-Holstein, wo erfolgreich das sogenannte Büsumer Modell praktiziert werde.

„Unter dem Gesichtspunkt, dass Ärzte heute einen anderen Lebensentwurf haben, wurde der Entschluss gefasst, diesen Weg zu gehen. Wir freuen uns, dass wir dazu auch die volle Unterstützung der örtlichen Ärzte haben", verdeutlichte Höyns. Die Frage, was 2017 bringt, vermochte er noch nicht zu beantworten. „Die Antwort gibt es 2018", merkte er augenzwinkernd an. (hm)