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Donnerstag, 30.03.2017

Weisser Ring begrüßt verbessertes Stalking-Gesetz

Der Weisse Ring, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, begrüßt das in Kraft getretene Gesetz, das Stalking-Opfer besser absichern soll. „Das neue Gesetz bietet Opfern mehr Schutz, die auf den Weg gebrachten Änderungen sind richtig", so Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer. „Wir haben uns schon lange für ein neues Gesetz stark gemacht, das die Rechte von Opfern psychischer Gewalt stärkt."

Bisher hing die Stalking-Strafbarkeit von der tatsächlich bewirkten Beeinträchtigung des Opfers ab. In der Regel wurde nur ein Umzug oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes als Nachweis einer schwerwiegenden Beeinträchtigung anerkannt. „Die Strafbarkeit hing also nicht von der tatsächlich verursachten Beeinträchtigung des Opfers ab, sondern allein davon, wie das Opfer ihr zu entfliehen versuchte", sagt Biwer.

Stalking-Opfer, die Drohungen und Nachstellungen des Stalkers nicht nachgeben wollten und Wohnung und Arbeitsplatz nicht wechseln konnten, seien außen vor geblieben. „Der Weisse Ring hat seit jeher gefordert: Es muss ausreichen, dass bereits die Belästigungen des Stalkers geeignet sind, die Lebensgestaltung des Opfers zu beeinträchtigen, um den Tatbestand zu erfüllen", so die Bundesgeschäftsführerin.

Das neue Gesetz trage dem Rechnung: Künftig seien der Erfolg des Stalkers – und eine Änderung der Lebensumständedes Opfers – zur Ahndung der Tat nicht mehr notwendig. Die Strafbarkeit des Täters hänge nicht mehr von der Reaktion des Opfers auf die Tat ab.

2016 haben sich bundesweit mehr als 630 Stalking-Opfer an den Weissen RingG gewandt und wurden materiell betreut. Im Vorjahr waren es ebenso viele. Die Zahl der ehrenamtlichen Hilfeleistungen wie Trost, Beistand und Begleitung zur Polizei oder zu Gerichtsterminen ist laut einer Pressemitteilung noch einmal bedeutend höher, wird vom Verein aber statistisch nicht exakt erfasst.

Auch am Opfer-Telefon, das unter der bundesweiten und kostenlosen Rufnummer 116 006 betrieben wird, sei Stalking im vergangenen Jahr sehr präsent gewesen: Insgesamt hätten die ehrenamtlichen, professionell ausgebildeten Opfer-Telefonberater 2016 rund 14.100 Gespräche geführt. Rund zwölf Prozent dieser Telefongespräche hätten das Thema Nachstellung und Stalking behandelt.