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Freitag, 24.11.2017

Gefahrgutaustritt: Großaufgebot an Feuerwehren probt Ernstfall

Ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften ist am Samstagmorgen zur Karl-Benz-Straße ins Sittenser Gewerbegebiet zu einer Übung ausgerückt. Dort war aus ungeklärter Ursache bei einem Lastkraftwagen eine zunächst unklare Flüssigkeit ausgelaufen. Der Fahrer hatte bei der Fahrzeugübernahme den Flüssigkeitsaustritt bemerkt. Zunächst rückte die Feuerwehr Sittensen aus und erkundete die Lage. Umgehend wurde die Unglücksstelle weiträumig abgesperrt.

Einsatzleiter Jürgen Stache ging nach der sogenannten „GAMS" Regel vor, Gefahr erkennen, Absperrmaßnahmen treffen, Menschrettung und Spezialkräfte alarmieren. Nach dieser Regel werden Gefahrguteinsätze im ersten Angriff abgearbeitet. Weitere Kräfte fuhren die Einsatzstelle an. Neben dem Gefahr- und Umweltschutzzug des Landkreises kamen die Wehren Wohnste, Klein Meckelsen und Tiste dazu.

Nachdem der erste Trupp unter Atemschutz die Gefahrgutnummer des Lkws erkannt hatte, war klar, dass es sich um Ammoniumnitrat handelte. Dieser Stoff wird als Düngemittel oder Industriesprengstoff verwendet und als brandfördernder Stoff eingestuft. Parallel wurde von weiteren Einsatzkräften ein Notdekontaminationsplatz aufgebaut, um die Einsatzkräfte, die beim Lkw waren, zu dekontaminieren. Um gegen einen Brandausbruch vorbereitet zu sein, musste ein dreifacher Brandschutz sichergestellt werden. Wasser, Schaum und ein Pulverlöscher müssen dazu bereitstehen.

Inzwischen hatte der Einsatzleiter angeordnet, die Einsatzstelle nur noch in Körperschutzform 3 zu betreten. Das heißt, die Kräfte müssen in einem Chemikalienschutzanzug arbeiten. Nachdem die Ladebordwand des Lkws geöffnet wurde, waren weitere Fässer mit Benzin und Chlor auf der Ladefläche zu finden. Diese waren glücklicherweise nicht beschädigt.

Nach rund drei Stunden war die Übung erfolgreich beendet. Auch Abschnittsleiter Peter Dettmer und Gemeindebrandmeister Torben Henning machten sich ein Bild von dem Geschehen. Die Übungslage wurde sehr gut von den Feuerwehrleuten abgearbeitet. Auch der Zugführer des Gefahr- und Umweltschutzzuges, Maik Zerbe, war begeistert, wie motiviert die Kräfte das Szenario bewältigt hatten.

Solche Übungen finden in regelmäßigen Abständen statt, um immer auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Denn: Direkt vor der Haustür befindet sich die Autobahn 1, wo jeden Tag viele Gefahrguttransporter unterwegs sind.