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Mittwoch, 18.10.2017

120 Jahre ehemalige Apotheke am Markt: Verein möchte geschichtsträchtiges Haus erhalten

Der Verein Zukunft Börde Sittensen möchte sich dafür einsetzen, geschichtsträchtige Häuser im historischen Kern der Börde Sittensen nicht nur zu erhalten, sondern sie auch wieder mit Leben zu füllen. Dazu zählt auch das Gebäude der ehemaligen Apotheke am Markt.

Der Verein hat einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte geworfen. Demzufolge bestand schon vor 1868 in Sittensen die Zweigstelle der Zevener Apotheke, geleitet vom Apotheker Drewes. 1868 erhielt der Apotheker Söldner die Konzession für Sittensen. Er starb im Jahr 1873. Seine Frau ließ die Apotheke verwalten, weil der Sohn eigentlich auch Apotheker werden wollte.

1877 wurde sie an einen Herrn Rudolf verkauft. Dieser erfüllte jedoch nicht den Kaufvertrag. Söldner ließ die Apotheke durch Apotheker Columbus verwalten. Noch im selben Jahr kaufte sie der Apotheker Adalbert Müller aus Wiedensahl (Stadthagen-Hannover). Nach zehn Jahren wiederum verkaufte Müller die Apotheke an H.W. Drape von der berühmten Engel-Apotheke in Hamburg.

Als H.W. Drape Verwalter der Rats-Apotheke in Hannover wurde, verkaufte er 1890 die Sittenser Apotheke an den Apotheker Amandus Gerdts für 41.000 Mark. Das alte Apothekerhaus stand bis zu diesem Zeitpunkt unmittelbar an der Oste. Amandus Gerdts erbaute um die Jahrhundertwende das jetzige Gebäude. 1897 wurde das repräsentative Haus mit den vielen schönen Giebeln fertig gestellt.

Nach 40jähriger Tätigkeit verstarb Gerdts. Die Erben verpachteten die Apotheke an Gertrud Theopold. Gerdts Tochter Herta, geboren 18. November 1898, heiratete Dr. W. Klindworth aus Vierden (Heitmanns Hus). Sie wohnten in der Wohnung über der Sittenser Apotheke. Deren verwitwete Tochter Ilse Albers, geborene Klindworth, hatte in der zweiten Ehe den Apotheker Helmuth Kluck geheiratet.

1947 kaufte der Apotheker Helmuth Kluck das Anwesen und modernisierte die Räumlichkeiten in den folgenden Jahren. H. Kluck aus Pommern gab der Apotheke den Namen des Wappentieres seiner Heimat als Patron. Das Haus wurde schnell als „Greifen-Apotheke" in der Börde bekannt.

1955 wechselte der Besitzer erneut. Dr. Arnold West siedelte aus Clausthal-Zellerfeld nach Sittensen um. Er kürzte den Namen in „Greif" und zog, wie es hieß, aus persönlichen Gründen nach sieben Jahren wieder fort.

1962 hatten sich die Apothekerin Ursula Kuthe und ihr Ehemann entschlossen, aus Hamburg auf das Land zu ziehen. Die Familie Kuthe führte bis 2005 die Sittenser Greif-Apotheke. Im selben Jahr erfolgte die Übernahme durch die Eheleute Kläber.

2013 zog die Greif-Apotheke in das neue Ärztezentrum in der Stader Straße. Das alte Haus am Markt wurde 2015 von der Gemeinde gekauft und dient seither als Flüchtlingsunterkunft.