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Mittwoch, 19.09.2018

Zur Gewaltprävention: Theateraufführung „Geheimsache Igel“ in Grundschule

Wenn Kindern Situationen komisch erscheinen, sie bedrängt werden oder ihnen Gewalt angedroht wird, sollen sie selbstbewusst „nein" sagen – diese Botschaft steckt hinter dem Projekt „Geheimsache Igel." Die Schauspieler und Theaterpädagogen Marcella Ruscigno und Richard Zapf vom Theater Zündstoff gastierten jetzt erneut in der Grundschule Sittensen und führten das gleichnamige Theaterstück in einem straffen Vormittagsprogramm aus mehreren Vorstellungen vor allen dritten Klassen auf.

Geheimsache Igel besteht aus einem Theaterstück zum Thema körperliche und sexuelle Gewalt an Kindern sowie einer pädagogischen Vor- und Nachbereitungsphase. Geschrieben wurde es 1998 von dem Schauspieler, Autor und Regisseur Olaf Krätke und dem Theaterpädagogen Thomas Garmatsch.

Die Grundschüler amüsierten sich bei dem interaktiv gestalteten Stück nicht nur, sondern wurden auch zum Mit- und Nachdenken angeregt. Es erzählt die Geschichte von Krümel und Wurzel, die allerbeste Freunde sind. Eines Tages ist Krümel, deren Lieblingsfarbe gelb ist, sehr traurig. Jegliche sonnengelbe Freude weicht von ihr. Stattdessen wird alles nach und nach blau. Wurzel versteht gar nicht, was mit seiner Freundin los ist und auch nicht, warum sie nicht mit ihm darüber sprechen möchte.

Nur der kleine Igel, Krümels geliebter Wegbegleiter, ist scheinbar in Krümels Geheimnis eingeweiht. Das hat mit einem dunklen, seltsamen Mann in Blau zu tun, der Krümel unter Lockungen und Versprechen bedrängt, in eine blaue Kiste zu steigen. Sie kommt der Forderung schließlich nach.

Hinterher geht es ihr schlecht, weil sie sich überreden ließ und es nicht geschafft hat, nein zu sagen. Krümel offenbart sich Wurzel, der ihr hilft, laut und deutlich das Nein-Sagen zu üben. Und mit jedem lautstarken „Nein, nein, nein" verschwindet die blaue Farbe wieder aus Krümels Leben.
Die Drittklässler durften lautstark Unterstützung geben und lernten damit, dass sie in Gefahrensituationen laut „nein" sagen sollen. In der Nachbereitung führten die Schauspieler mit ihnen ein Quiz zum Inhalt des Stückes durch, um zu „überprüfen", wie gut sie aufgepasst hatten. Aber die Grundschüler bewiesen, dass sie sehr aufmerksam waren.

Und sie nehmen die Erkenntnis mit, dass „böse Geheimnisse" verraten und Personen des Vertrauens - Eltern, Freunde, Lehrer oder Polizei - helfen dürfen.

„Kinder, die wissen, wie sie sich in unsicheren Situationen verhalten können, gehen gestärkt durchs Leben und können eher nein sagen. Das ist wichtig in Anbetracht der Zahlen und Fakten über Missbrauch von Kindern", geben Marcella Ruscigno und Richard Zapf zu verstehen, die im regelmäßigen Austausch mit Kinder- und Jugendpsychologen stehen, um neue Impulse in ihre Arbeit aufnehmen zu können. „Die bekommen wir aber auch von den Kindern bei unseren Aufführungen", verdeutlichen sie.

Für gegenseitige Achtung, Toleranz und Gewaltverzicht macht sich die Grundschule Sittensen auch mit anderen Präventionsprojekten stark. Die Kosten der Aufführungen von Geheimsache Igel, die auch in den Grundschulen Rhade, Elsdorf, Tarmstedt und Heeslingen stattfanden, hat auch diesmal wieder der Verein Kiwanis Oste-Wümme übernommen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern im unmittelbaren, regionalen Umfeld auf vielfältige Art zu helfen. (hm)

Fotos: Ein dunkler, seltsamer Mann lockt Krümel in eine blaue Kiste.

Die Drittklässler lauschten gespannt der Theateraufführung und wurden damit zum Mit- und Nachdenken angeregt.

Marcella Ruscigno, Ilse Carstens-Rillox, stellvertretende Schulleiterin, Günter Holst vom Verein Kiwanis Oste-Wümme, Richard Zapf und Lehrerin Dörte Dembski-Minssen (von rechts) freuen sich über die erfolgreiche Kooperation der Institutionen, die seit vier Jahren besteht.

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