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Mittwoch, 21.02.2018

Manipulationen digitaler Kontrollgeräte

Bei der Aufklärung sowohl von Unfällen im Schwerverkehrsbereich als auch im Rahmen allgemeiner Verkehrskontrollen stoßen die Kontrollorgane immer wieder auf Manipulationen der digitalen Kontrollgeräte. Rund um dieses Thema, das für reichlich Zündstoff und Diskussionen sorgt, informierten sich eine Vielzahl von Berufskraftfahrern, Spediteuren und Unternehmer beim 160. Fernfahrerstammtisch der Polizeidirektion Lüneburg.

Polizeioberkommissarin Andrea Möller von der Autobahnpolizei Winsen sowie Sven Schaadt, Schverständiger der DEKRA, führten anhand eines interessanten Vortrages durch den Abend. Dabei konnten sie anschaulich darstellen, dass durch Manipulationen im Bereich des digitalen Kontrollgerätes die Verkehrssicherheit erheblich leidet.

Unter anderem werden durch den Einsatz eines Magneten oder elektronischen Bauteils, welche die ordnungsgemäße Funktion des digitalen Kontrollgerätes abschalten, auch diverse Bauteile im Fahrzeug und sogar wichtige Sicherheitssysteme wie ABS oder  Bremsanlagen außer Kraft gesetzt, so Möller.

Anhand von Ermittlungsergebnissen zur Verkehrsunfällen sowie videografierten Fahrversuchen konnte gezeigt werden, dass der Lkw durch Manipulationen unkontrollierbar werden kann. Sven Schaadt befasst sich seit mehreren Jahren mit diesem Thema und den technischen Auswirkungen auf entsprechende Bauteile der Fahrzeuge.

Er wird regelmäßig durch Polizei und Staatsanwaltschaft angefordert, wenn bei Kontrollen Verdachtsmomente festgestellt werden, die Rückschlüsse auf eine Manipulation zulassen und geht dann der Ursache auf den Grund. Durch ihn konnten den Zuhörern die technischen Abläufe und Erforderlichkeiten der Sensortechnik anschaulich und deutlich dargestellt werden.

Durch Manipulation der Impulsgeber, unterdrücke man nicht nur Daten für das digitale Kontrollgerät, sondern auch wichtige Parameter für Fahrassistenzsysteme, die Bremsanlage oder auch die Getriebesteuerung. So sei in der Vergangenheit festgestellt worden, dass Getriebe sprichwörtlich um die Ohren geflogen seien, da durch einen Magneten die Steuerung der Gangwahl erheblich beeinträchtigt worden sei.

Wenn ein Sattelzug fahre und im Rahmen der Kontrolle festgestellt werde, dass währenddessen Ruhezeit anstatt Fahrzeit aufgezeichnet wurde, handele es sich nicht mehr um ein Kavaliersdelikt. Vielmehr stelle dies einen gravierenden Eingriff in die Fahrzeugtechnik dar, wodurch die Verkehrssicherheit erheblich leide. Dies führe im schlimmsten Fall wegen der Fehlfunktionen zu schweren Personen- und Sachschäden, verdeutlichte Möller.

Im Rahmen einer anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass dieses Thema unter Fahrern als auch Unternehmern durchaus bekannt ist und "darüber viel geredet wird". Allerdings sind die dramatischen Folgen dem größten Teil der 47 Zuhörer nicht in diesem Ausmaß bekannt gewesen. Die Motivlagen sind dabei völlig verschieden und reichen von Verschaffen von Wettbewerbsvorteilen über Täuschung der Kontrollinstanzen bis hin zum ganz banalen Ausprobieren. Da dadurch leichtfertig mit Gesundheit und Menschenleben umgegangen wird, wurde deutlich, dass dies kein Spiel ist, wo es viele Gewinner gibt, sondern letztendlich nur "Verlierer."