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Samstag, 18.08.2018

Kita in der Volksbank? – Huhn attackiert Vorschlag des Seniorenbeirates

Den Vorstoß des Seniorenbeirates der Samtgemeinde Sittensen, einen neuen Kindergarten im ehemaligen Volksbank-Gebäude an der Bahnhofstraße unterzubringen und nicht wie geplant auf einer Fläche in Tiste, bezeichnete Sozialdemokrat Klaus Huhn bei der jüngsten Sitzung des Sittenser Gemeinderates nicht nur als „abenteuerlich und befremdlich", er fragte die anwesende Vorsitzende Jutta Fettköter sogar, ob die Senioren dabei unter Drogen gestanden hätten.

„Es gibt hohe Anforderungen an Kitas zu erfüllen. Man kann nicht mal eben irgendwo Kinder unterbringen", stellte er klar. Der Standort im Außenbereich von Tiste sei „absolut richtig" und müsse perspektivisch gesehen werden. „Die Gemeinden Tiste und Kalbe erweitern ihr Bauland, so dass sich junge Familien dort niederlassen werden. Strategisch gesehen liegt der Standort auch für Freetz und die Bewohner des Heiddorns und der Hamburger Straße in Sittensen genau richtig", befand Huhn.

Außerdem könne man dort gut parken, was zum Beispiel in Tempo-30-Zonen mitten in Wohngebieten stets schwierig sei. „Der Samtgemeinderat hat sich zu dem Thema viele Gedanken gemacht, deshalb kann ich die Kritik überhaupt nicht verstehen", monierte Huhn weiter.

Jutta Fettköter verwahrte sich jetzt in der Sitzung des Samtgemeinderates energisch gegen seine verbale Attacke. „Das ist unterste Schublade und eine Beleidigung meiner Beiratsmitglieder. Wir sollten doch wohl auf einer sachlichen Ebene diskutieren."

Auch Huhns Aussage, sie habe keine Ahnung, ließ sie nicht auf sich sitzen. „Ich war lange genug Mitglied im Gemeinderat und Vorsitzende eines Fachausschusses, um die Richtlinien für den Bau eines Kindergartens zu kennen. Bei dem Areal des Volksbankgebäudes handelt es sich um eine Gemeinbedarfsfläche, die sich auch für eine Nutzung durch einen Kindergarten eignet. Warum also so beleidigend?", wandte sie sich direkt an Huhn.

Da sie in der besagten Sitzung als Zuschauerin keine Möglichkeit hatte, darauf zu reagieren, hat sie nun Anträge an den Gemeinde- und Samtgemeinderat gestellt und um Änderung der Geschäftsordnung dahingehend gebeten, dass künftig zwei Einwohnerfragestunden, am Anfang und am Ende einer Sitzung, auf die Tagesordnung gesetzt werden. So hätten Bürger nach Abarbeitung der Tagesordnungspunkte die Chance, sich noch zu äußern.

Mit „absolutem Unverständnis" hat Klaus Brodersen, FDP- Kreistagsabgeordneter und Mitglied im Gemeinderat, Huhns Aussagen zur Kenntnis genommen. Dieser habe geradezu „diffamierende Äußerungen" vorgetragen, die keinesfalls dem Willen der Bevölkerung entsprächen. Ein Mehrgenerationenhaus (MGH), wie ebenfalls vom Seniorenbeirat im ehemaligen Bankgebäude gewünscht, könne sehr wohl zur Belebung des zentralen Standorts beiführen.

Ein möglicher Kindergarten in unmittelbarer Nähe zur Grundschule sei hervorragend, die aktuelle Containerlösung in Tiste nicht zukunftsweisend. „Die Visionen des gemeinsamen Lernens, generationenübergreifenden Gedankenaustausches, der Betreuung und der Kommunikation wären bestens in einer zentralen Einrichtung untergebracht. Die Erfolgsmodelle eines MGH in Zeven oder Horneburg machen es deutlich. Ein neues Rathaus wird statistisch gesehen gerade einmal 0,8 Mal pro Jahr von einem Bürger besucht. Warum muss sich der geplante Rathausneubau mit halbherzigen Umbaumaßnahmen und sehr hohen Kosten unbedingt dort positionieren, wo die Bürger nur ausnahmsweise hingehen? Das ist nicht nachvollziehbar", erklärt Brodersen.

Die FDP unterstütze den Plan für ein MGH im ehemaligen Volksbankgebäude in zentraler Lage in Sittensen. Es könne ein hervorragender Ort der Begegnung werden. "Kindertagesstätte, Generationentreff, Nachhilfeunterricht, Veranstaltungen: Die Nachbargemeinden machen es uns vor, dass so etwas geht", gibt er zu verstehen. (hm)

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