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Montag, 26.08.2019

Männer in "schlüpfrigen" Rollen

"Hier sünd se richtig" lautet die Schlagzeile des neuen Stückes der Niederdeutschen Bühne des VfL Sittensen. Samstagabend brachten die Akteure den Dreiakter auf die Waldbühne im idyllischen Königshof zur Premiere – mit Erfolg, wie am Ende der anhaltende Beifall bewies.

Je näher der Aufführungsbeginn heranrückte, desto häufiger gingen besorgte Blicke gen Himmel. Denn kurz vorher prasselte ein kräftiger Regenguss nieder. Doch der Wettergott blieb dem Freilichttheater wohlgesonnen, so dass die Premiere trocken und bei angenehmen, abendlichen Temperaturen verlaufen konnte. 

Der Schwank des französischen Bühnenautors Marc Camoletti ist geprägt von Irrungen und Verwechslungen. Vier Frauen, die in einem Haus leben, geben alle eine Anzeige auf. Vermieterin Emma Feddersen, früherer Revue- und Showstar - von Heike Klensang authentisch extrovertiert gespielt - sucht einen Mieter, Malerin Gabi, von Britta Knupper engagiert dargestellt, ein Spartacus-Modell, Hella Otten gibt die bislang erfolglose Klavierlehrerin und ist auf der Suche nach einem Klavierschüler, Hausmädchen Bertha (Gerda Bredehöft) sucht einen Heiratskandidaten.

Alle verwenden im Anzeigentext das Kürzel „VsF", was mal „Vorbedingung schöne Füße", „Vorbedingung solide Familie", „Vorbereitung sicherster Fingerfertigkeit" oder „Vorliebe für sentimentale Filme" heißt. Wenn dann die Interessenten im richtigen Haus, aber bei der falschen Dame landen, ist das erwünschte Chaos perfekt.

Die Herren werden von Carsten Köhn, Uwe Zehle, Werner Detjen sowie Udo Ehlert für den aus familiären Gründen ausgeschiedenen Hendrik Ehlen mit Leben gefüllt: Köhn als kraftstrotzender Spartacus, der jederzeit gerne seine Muskeln spielen lässt, Zehle als Heiratskandidat, der erst nach Umwegen über eine gehörige Portion Kräuterschnaps seine Auserwählte bekommt, Detjen, der als Mieter Zurückhaltung und Schamhaftigkeit deutlich macht und Ehlert, der gekonnt den braven Klavierschüler mimt und folgsam in ein römisches Gewand schlüpft. Pikant: Die männlichen Protagonisten ziehen sich alle bis auf ihre kreativ-bunten Boxershorts aus.

Der dritte Akt brachte so ungleiche wie komische Paare zusammen. Wie sie zusammenfinden? Das wird nur auf der Bühne verraten. Das Ensemble setzt auf die Komik der Situation. Die Gags ergeben sich aus den Konstellationen. Klar, dass die Lacher nicht ausblieben, die Zuschauer wussten ja mehr als die Personen auf der Bühne.

Zum Schluss sitzen vier leicht bekleidete Herren in Unterwäsche dort. Der Spaß ist perfekt. Obwohl Pressewart Carsten Köhn, der diesmal für den Leiter der Abteilung, Gerhard Brunkhorst, den Part der Koordination übernommen hatte, eingangs eine „fernsehkonforme" Länge des Stückes angekündigt hatte, verbrachten die Zuschauer inklusive der Pausen doch fast drei Stunden auf der Waldbühne.

Als er nach der letzten Verneigung des Ensembles die Zuschauer fragte, ob es ihnen gefallen habe, dröhnte ihm ein vielstimmiges „Ja" entgegen. Es brandete nochmals Applaus auf, worauf sich Köhn sichtlich berührt zeigte.

Wer die turbulente Verwechslungskomödie ebenfalls miterleben möchte, hat dazu noch am Mittwoch, 14., Freitag, 16., Sonntag, 18., Samstag, 24. und Sonntag, 25. August, jeweils um 19.30 Uhr, Gelegenheit. Karten gibt es zu den üblichen Öffnungszeiten bei optic noelte in der Bahnhofstraße 14 in Sittensen, Telefon: 04282 508500 oder am Aufführungstag an der Theaterkasse. Ab 18 Uhr besteht unter Telefon: 04282/3132 dort auch die Möglichkeit der Reservierung. (hm)

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