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Mittwoch, 20.02.2019

Pistorius: Mehr Wertschätzung fürs Ehrenamt

Auf ein Wort mit Boris Pistorius: Unter diesem Titel hatten die Sozialdemokraten im Unterbezirk Rotenburg und der Ortsverein der Börde Sittensen zu einer Gesprächs- und Fragerunde mit dem niedersächsischen Minister für Inneres und Sport eingeladen. Zwar lautete das Thema des Abends „Ehrenamt", inhaltlich wanderten die Nachfragen aus den Besucherreihen indes auch in die allgemeine Politik ab.

Pistorius blieb keine Antwort schuldig, auch wenn ein Thema nicht „seine Baustelle" war, wie er unverblümt zugab. Mehr als einmal verwies er dabei auf die Zuständigkeiten der handelnden Personen, Kommunen und Behörden vor Ort.

„Ehrenamtliches Engagement ist von unfassbarem Wert. Es muss gestärkt und besser gewürdigt werden. Wir brauchen in der Gesellschaft viel mehr Wertschätzung dafür. Denn Ehrenamtler und Hilfsorganisationen geben das Wertvollste weg, was sie haben, ihre Zeit. Und Vereine müssen durch Entbürokratisierung entlastet werden, damit das Ehrenamt attraktiv bleibt", machte der Minister ein ums andere Mal deutlich.

In Niedersachsen sei das Ehrenamt gut aufgestellt. Seinen Worten zufolge engagieren sich 2,8 Millionen Menschen. „Das dürfen wir nicht als selbstverständlich hinnehmen. Die meisten stellen keine Forderung, machen es, weil sie es wollen. Ohne funktionierendes Ehrenamt wird eine Gesellschaft anfällig. Wir müssen sie immun halten. Wenn man nicht füreinander ist, breiten sich Viren aus, auch rechter Art. Ausgrenzung findet statt. Der Staat kann nur den Rahmen schaffen."

Er wies auch auf den demografischen Wandel hin: „Wir brauchen junge Leute, die sich engagieren und dabei von älteren begleitet und unterstützt werden, die mit gutem Beispiel vorangehen." In seinen Ausführungen brach Pistorius eine Lanze für die Jugendlichen: „Sie sind keineswegs faul und interessieren sich nicht. Es ist ein Vorurteil, zu sagen, sie daddeln nur mit dem Smartphone herum. Das entspricht nicht der Realität. In Niedersachsen engagieren sich 40 Prozent von den 2,8 Millionen Menschen im Alter zwischen 14 und 30 Jahren. Das ist ein bemerkenswerter Anteil."

Ehrenamt sei unverzichtbar für die Gesellschaft und den Zusammenhalt. Vor Ort müsse dieser Zusammenhalt gestärkt werden. „Das wird maßgeblich beeinflusst, von den Köpfen, die da sind. Es muss klar sein, was gewollt wird. Daher ist es nicht unwichtig, welche Personen gewählt werden" gab der Minister zu verstehen und schickte gleich noch einen Appell hinterher, sich für Räte und „Bürgermeister-Jobs" aufstellen zu lassen. „Es ist wichtig, dass die Menschen, die sich für Sie einsetzen, aus der Region kommen", gab er den Anwesenden mit auf den Weg.

Kein Verständnis zeigt Pistorius für Angriffe auf Sicherheitskräfte in ihrer ehrenamtlichen Ausführung: „Dann ist eine Grenze überschritten, und der Staat muss eine klare Kante zeigen."

Nachdem er sein Eingangsreferat beendet hatte, widmete er sich den Fragen der Gäste, die sie zuvor auf Bierdeckel hatten schreiben dürfen und die von Moderator Jörn Keller, Samtgemeindebürgermeisterkandidat der SPD- WFB und Grünen-Mehrheitsgruppe im Rat der Samtgemeinde Sittensen, an den Minister gestellt wurden.

Dessen mit einem Augenzwinkern vorgetragener, „mit Studien nachgewiesener" Nachtrag: „Wer ehrenamtlich arbeitet, lebt im Schnitt sieben Jahre länger", vermochte mancher der Anwesenden, die sich in ihrem ehrenamtlichen Engagement mit bürokratischen Hürden konfrontiert sehen, allerdings nicht so recht nachzuvollziehen. (hm)

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