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Freitag, 23.08.2019

Dritte Gesundheitskonferenz

Wie sieht die Versorgung älterer Menschen im Landkreis aus. Darüber diskutierten mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der dritten Gesundheitskonferenz in der Aula des Bremervörder Gymnasiums. Eingeladen hatten die Gesundheitsregion Rotenburg (Wümme) sowie der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Rotenburg (Wümme) -„RoSe". Vorgestellt wurde auch der Gesundheitswegweiser, der aus einer Projektgruppe der Gesundheitsregion heraus entstanden ist.

Auf dem Programm standen Vorträge und die Arbeit in Themeninseln und Foren. In der Pause informierten verschiedene Akteure aus dem regionalen Gesundheits- und Pflegewesen über ihre Arbeit. Landrat Hermann Luttmann begrüßte die Gäste und stellte dar, dass das Thema Demographie schon länger ein Thema für den Landkreis sei. Die Gesundheitsregion habe sich dieses Themas angenommen und sorge für eine gute Vernetzung aller Akteure.

Im Anschluss referierte Gabriele Mertens-Zündorf von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) über das Thema „Mehr Wohlbefinden und Lebensqualität im Alter - aber wie?" Sie stellte noch einmal die Altersstruktur in Deutschland dar, auf immer mehr ältere Menschen kommen immer weniger jüngere Personen. Die große Frage für unsere Gesellschaft sei, wie ältere Menschen weiter gut versorgt werden können.

Wie fit und aktiv Menschen im Alter sind, ist zu 30 Prozent durch bestimmte Determinanten wie die Gene festgelegt. Zu 70 Prozent kann jeder diesen Prozess aber selber gestalten. Stress, soziale Kontakte, Nahrung, Bewegung oder der Wohnort sind nur einige Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Hier setzt die Arbeit der BASGO an, die die Gesundheitsförderung als eine gesellschaftliche Aufgabe sieht und mit Workshops und Infomaterial zur Verbesserung der Angebote der Gesundheitsförderung auf kommunaler Ebene beitragen möchte.

Danach folgte die Gerontotherapeutin Heike Schwabe mit ihrem Vortrag „Man kann nicht immer lächeln - Herausforderndes Verhalten in der Pflege". Sie stellte dar, welche Faktoren für das Pflegepersonal belastend seien und wie man eine Lösung dafür finden könne. Mangelnde Gesellschaftliche Anerkennung, immer höhere Anforderungen von Seiten der Klienten und Angehörigen, die Konfrontation mit Krankheit und Tod oder auch Übergriffe verbaler, körperlicher oder sexueller Natur sind nur einige Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Es gilt, im Team eine Fallbesprechung durchzuführen, Ziele zu formulieren, Maßnahmen zu entwickeln und durchzuführen und im Anschluss eine Evaluation durchzuführen.

Nach den Vorträgen wandten sich die Teilnehmenden den verschiedenen Themeninseln zu. In jeweils 15 Minuten wurden von vier Moderatoren die Themen „Gesund älter werden", „Leben mit Demenz", „Gesund pflegen" und „Miteinander füreinander - Nachbarschaftshilfen" vorgestellt. Dafür waren rund 30 Minuten angesetzt, so dass jeder Besucher zwei Themen auswählen konnte.

Ab 16 Uhr fanden parallel drei Foren statt, zwischen denen die Teilnehmenden wählen und in denen sie sich aktiv beteiligen konnten: „Gerontopsychiatrische Versorgung", „Gesundheitsförderung im höheren Lebensalter" und „Gesundheit - auch für Pflegekräfte".

Vorgestellt wurde auch der neue Gesundheitswegweiser der Gesundheitsregion, der in einer Projektgruppe entwickelt wurde, die im Rahmen der Gesundheitskonferenz 2017 entstand. Auf dieser kostenfreien Online-Plattform sollen Anbieter aus dem Gesundheitsbereich ihre Präventions- und gesundheitsfördernde Angebote einstellen, so dass Interessierte dort schnell und einfach Veranstaltungen und Beratungen ganz in ihrer Nähe finden können. Die Plattform ist vor einigen Tagen an den Start gegangen, alle Akteure sind nun aufgefordert, ihre Angebote dort einzustellen. Der Gesundheitswegweiser ist unter www.gesundheitsregion.lk-row.de zu finden.

Die Gesundheitsregion und RoSe zogen am Ende des Tages ein positives Fazit. „Die Gesundheitskonferenz war schnell ausgebucht. Die Teilnehmenden waren unglaublich interessiert, es fanden viele interessante Diskussionen und ein reger Austausch statt. Das zeigt, dass wir genau das richtige Thema ausgewählt haben", ist sich Carmen Menzel, Leiterin des Gesundheitsamtes, wo die Gesundheitsregion ansässig ist, sicher. Jessica Heitmann von RoSe ergänzt: „Wir haben viele interessante Gespräche geführt und neue Impulse bekommen, die wir auch in die Arbeit von RoSe einfließen lassen können."

Foto: Carmen Menzel (Leiterin Gesundheitsamt), Heike Schwabe, Gabriele Mertenz-Zündorf (BASGO), Landrat Hermann Luttmann, Heike von Ostrowski (Dezernentin LK), Jessica Heitmann (Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Rotenburg (Wümme) - RoSe).

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