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Dienstag, 26.03.2019

Erneut weniger Straftaten

Bei einer rückläufigen Anzahl an Straftaten hat die Polizei im Landkreis Rotenburg ihre hohen Aufklärungsquoten aus den Vorjahren nahezu halten können. Zu Beginn letzten Jahres meldeten die Beamten, dass die Kriminalität seit vielen Jahren erstmals wieder unter die 10.000er Grenze auf 9.652 bearbeitete Straftaten gefallen ist.

Dieser Tiefstwert wurde im zurückliegenden Jahr erneut deutlich unterschritten. 2018 kam es im Landkreis zu 8.950 Straftaten, also 702 weniger als noch 2017. Davon gelten 5.650 als geklärt - das ergibt eine Aufklärungsquote von 63,13 Prozent.

"Das wiederum rückläufige Straftatenaufkommen ist sehr erfreulich und spiegelt den landesweiten Trend auch im Landkreis Rotenburg wider," beschreibt die Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, Kriminaloberrätin Petra Guderian diese Entwicklung.

Für die übergeordnete Polizeidirektion Lüneburg mit ihren sechs Inspektionen Lüneburg/Lüchow/Uelzen, Heidekreis, Stade, Harburg, Celle und Rotenburg zeigt die Kriminalstatistik ein ähnliches Bild. Den 77.299 Straftaten aus dem Jahr 2017 standen im vergangenen Jahr nur noch 73.388 Straftaten, also 3.911 weniger, entgegen.

Direktionsweit sind damit die Straftaten um 5,06 Prozent zurückgegangen. Die Aufklärungsquote lag mit 63,51 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie schon 2017. Auch im Land Niedersachsen ist die Anzahl der Straftaten rückläufig. 2018 wurden 19.535 Sachverhalte weniger zur Anzeige gebracht.

Polizeipräsident Thomas Ring, Chef von über 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Polizeidirektion Lüneburg, dazu: "Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg leben in einer sicheren Region. Zum wiederholten Mal können wir für unseren Bereich eine sinkende Gesamtzahl aller erfassten Straftaten vermelden und uns dabei erneut über eine Steigerung der Aufklärungsquote freuen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass diese positive Entwicklung auch in den nächsten Jahren fortgesetzt wird."

Tötungsdelikte

Die Kriminalstatistik weist für das zurückliegende Jahr neun zu bearbeitende Tötungsdelikte in der Polizeiinspektion Rotenburg aus. Davon ermittelte die Polizei in fünf Fällen wegen des Anfangsverdachts einer fahrlässigen Tötung. Darüber hinaus kam es zu vier Taten, die in den Akten als versuchter Totschlag geführt wurden.

Im April hatte ein 16-jähriger Jugendlicher im Raum Gnarrenburg einen 15-Jährigen mit einem Messer verletzt. Im August kam es bei der Maisfeldfete in Westeresch zu einer Schlägerei unter den Partygästen. Ein 29-jähriger Mann schlug einen 38-Jährigen nieder und trat ihm, am Boden liegend, mit seinem Fuß gegen den Kopf.

Im Oktober stach ein 17-Jähriger aus Sittensen am Busbahnhof in Sittensen bei einer Auseinandersetzung einem 19-jährigen Mann aus Visselhövede mit einem Messer in den Bauch. Im November kam es in der Samtgemeinde Selsingen zu einem Tötungsversuch nach einem Beziehungsende. Ein 39-jähriger Mann war in der Nacht bei seiner ehemaligen Freundin eingebrochen und hatte sie und den neuen Lebenspartner, einen 42-jährigen Mann, zum Teil schwer verletzt. Nach einer Flucht konnte der Täter wenige Tage später zwischen Zeven und Brauel auf einem Waldweg festgenommen werden.

In allen Fällen wurden die Täter ermittelt.

Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Waren es 2017 noch 297 vollendete und versuchte Taten, so mussten die Beamten 2018 269, also 28 Einbrüche weniger aufnehmen. Das ist ein Rückgang um 9,43 Prozent. Davon ermittelte die Polizei im Landkreis Rotenburg in 87 Fällen einen Tatverdächtigen, erzielte eine Aufklärungsquote von 32,3 Prozent und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 24,9 Prozent.

Den Rückgang an Taten erklären die Beamten zum einen mit zahlreichen, präventiven Polizeistreifen in besonders gefährdeten Wohngebieten und regelmäßigen Kontrollen auf den Anfahrtrouten der Täter. Andererseits freut sich Kripochefin Guderian über die Unterstützung aus der Bevölkerung:" Die Hinweise im Zusammenhang mit verdächtigen Beobachtungen in Wohngebieten nehmen zu und tragen ebenfalls dazu bei, dass wir eine vergleichsweise hohe Aufklärungsquote erzielen konnten. Jede noch so unwichtig erscheinende Beobachtung kann dabei sehr wertvoll und, zusammen mit anderen, das nötige Puzzlestück für weitergehende Ermittlungen sein."

Aber auch die technischen Sicherungen von Wohnhäusern, über die der Experte für Kriminalprävention, Thomas Teuber, im vergangenen Jahr zahlreiche Menschen bei Vorträgen und Beratungen informiert hat, seien, so Kriminaloberrätin Guderian, ein wichtiger Baustein zur Reduzierung der Wohnungseinbrüche.

Betrügereien, Cybercrime und falsche Polizisten

Auch im Fachkommissariat und in den Arbeitsfeldern für Betrugsdelikte registrierten die Beamten einen deutlichen Rückgang an Straftaten. Mit 1.036 Betrugsfällen musste die Polizei im vergangenen Jahr 368 Anzeigen weniger aufnehmen, als noch 2017. Das ist eine Reduzierung in diesem Kriminalitätsfeld von über 26 Prozent.

Sorgen bereitet den Beamten hingegen immer noch die Verlagerung vieler Taten in den virtuellen Raum des Cybercrime. Im digitalen Zeitalter spielen vor allem Internetbetrügereien, wie zum Beispiel bei privaten Käufen im Netz, eine zunehmende Rolle. Aber auch die Übernahme und Manipulation von fremden Computern, Identitätsdiebstahl, Datenmissbrauch und Abo-Fallen beschäftigte die Beamten. Ausführliche und nützliche Tipps zum diesem Thema können im Ratgeber Internetkriminalität der Polizei Niedersachsen unter https://www.polizei-praevention.de themen-und-tipps.html abgerufen werden.

Auch vor falschen Polizeibeamten, Staats- und Rechtsanwälten und sogar vor falschen Feuerwehrleuten wurde die Bevölkerung im zurückliegenden Jahr ausdrücklich und häufig von der echten Polizei gewarnt. So kam es in bestimmten Bereichen des Landkreises regelmäßig zu einer ganzen Flut von Anrufen falscher Polizisten. Beharrlich versuchten die organisierten Täter vor allem ältere Menschen mit erfundenen Geschichten dazu zu bewegen, ihre Wertgegenstände, die sie zu Hause aufbewahrten, in die Hände der Kriminellen zu geben.

Rund 200 Fälle von Amtsanmaßung wurden bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch höher liegen. In fast allen Fällen behielten die Angerufenen einen kühlen Kopf, legten auf und meldeten sich bei der örtlichen Polizei. In einem Fall jedoch, erlangten die Täter eine größere Geldsumme.

Der einfache, aber nützliche Rat der Polizei: "Beenden Sie solche Anrufe sofort und lassen Sie sich auf keine Gespräche ein!" Weitere wichtige Informationen gibt es dazu auf der Internetseite des Landeskriminalamtes Niedersachsen unter https://www.lka.polizei-nds.de/praevention/aktuellewarnmeldungen/anruf-falscher-polizeibeamter-112918.html

Rohheitsdelikte

Im vergangenen Jahr kam es im Landkreis Rotenburg zu 45 Raubtaten - das waren 10 Taten mehr als noch 2017. In 29 Fällen ermittelte die Polizei einen Tatverdächtigen. Damit registrierten die Beamten eine erhöhte Bereitschaft zur Gewalt bei der Begehung von Eigentumsdelikten. Möglicherweise ist die leichte Verfügbarkeit von Messern und auch Schreckschusswaffen eine Erklärung für diesen Anstieg.

Bei den anderen Rohheitsdelikten, wie zum Beispiel Körperverletzungen, verzeichnet die Kriminalstatistik mit 1.080 Taten einen leichten Rückgang von 50 Fällen. Körperverletzungen werden in der Regel aufgeklärt, da sich Täter und Opfer meistens bekannt sind. Die Aufklärungsquote liegt erfahrungsgemäß hoch bei deutlich über 90 Prozent.

Zusammenfassend zieht Polizeipräsident Ring für seine Polizeidirektion folgendes Fazit: "Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden und sehe, dass die Polizei im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg ihre Aufgaben auch im Jahr 2018 hervorragend erfüllt hat. Dafür möchte ich mich bei allen Polizeibeschäftigten herzlich bedanken. Unabhängig von dieser positiven Entwicklung sehe ich die anhaltende abstrakte Gefahr durch den islamistischen Terrorismus weiterhin als größte Bedrohung an. Die zu erwartenden Rückkehrer stellen die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen. Bei allem ist entscheidend, dass wir persönlich ansprechbar bleiben und dabei nicht die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger aus den Augen verlieren. Dazu gehört auch, dass wir als Polizei mittlerweile auch in den sozialen Medien präsent sind. Das ist gut und zeigt unsere Flexibilität."

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