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Dienstag, 05.07.2022

Dörfergemeinschaftshaus offiziell eingeweiht

Das neue Dörfergemeinschaftshaus in Vierden ist fertiggestellt. Dank enormer Eigenleistungen und des tatkräftigen Einsatzes vieler freiwilliger Helfer ist auf dem 1286 Quadratmeter großen Grundstück ein modernes und einladendes Gebäude für die Dörfer Vierden, Ippensen, Ramshausen und Nüttel entstanden, dass sich harmonisch in das Ortsbild einfügt. Es wurde am bestehenden Feuerwehrhaus angebaut, das im Zuge dessen die dringend notwendige Erweiterung und Modernisierung erhielt. Das komplette Gebäude mit Feuerwehrhalle weist eine Größe von 394 Quadratmetern auf.

Heute Nachmittag fand die offizielle Einweihungsfeier statt. Dazu hatte der Gemeinderat sowohl Gäste aus Verwaltung, Feuerwehr, Politik, von Behörden als auch alle Bewohner eingeladen. Der Andrang war groß. „Wir freuen uns sehr über die gute Beteiligung und sind echt überrascht, wie viele Leute hier hineinpassen", konstatierte Bürgermeister Harald Schmitchen sichtlich freudig gestimmt. 

Die Sitzplätze im 110 Quadratmeter großen, in zwei Hälften trennbaren Veranstaltungsraum, dem Herzstück des Hauses, reichten nicht aus. Flugs wurden Stühle nachgeholt, manche Besucher blieben gern auch einfach stehen. Ansonsten bietet der Raum Platz für gut 80 Personen. Große Fensteranlagen schaffen viel Helligkeit. Dort können Versammlungen sowie örtliche und gemeindliche Veranstaltungen durchgeführt werden.

Allen Beteiligten, Gästen und Bürgern stand die Freude ins Gesicht geschrieben über die gelungene Fertigstellung des allgemein als „richtig schön" bezeichneten Gebäudes. „Die Gemeinde Vierden kann etwas auf die Beine stellen", vermeldete denn auch Schmitchen stolz und lobte explizit die „unzählige Hilfe in jedweder Form", die in den Bau des Dörfergemeinschaftshauses geflossen ist.

Da die Gemeinde das Projekt ohne Eigenleistungen finanziell nicht stemmen konnte, hatten sich viele Bewohner bereit erklärt, ehrenamtlich bei der handwerklichen Ausführung mitzuhelfen. Bis zur Fertigstellung wurden rund 3250 Arbeitsstunden erbracht. „Wir hatten immer genügend Helfer, 45 Leute aus der Gemeinde haben tatkräftig mit Hand angelegt, 24 Frauen sich wechselweise um deren Verpflegung mit Frühstück und Mittag gekümmert", ließ Schmitchen wissen.

Er verzichtete darauf, Förderer und Spender namentlich zu nennen. „Das würde den Rahmen sprengen", merkte er augenzwinkernd an. Die Wände des imposanten Veranstaltungsraumes und auch die des Flures sind mit Bildern aus der Ausstellung des Heimatvereins in der Wassermühle „Vierden - Gestern und heute" dekorativ verschönert. Auch eine Ausstellung mit Ippensen ist geplant, dann sollen die Bilder ausgetauscht werden.

Mario Wintjen, Ortsbrandmeister der Vierdener Feuerwehr, hob lobend die zusätzlichen Dienststunden der Feuerwehrkameraden beim Aus- und Einräumen der Räumlichkeiten während der Bauarbeiten hervor. Die neue Kleiderkammer ist nach seinen Worten komplett in Eigenleistung entstanden, hinzu kamen ein neuer Besprechungsraum, ein neuer Fußboden, ein neues Tor, das jetzt Maximalmaße aufweist, so dass auch ein neues Fahrzeug hindurchpasst und eine andere Beleuchtung, die laut Wintjen keine Schattenbildung verursacht, was ein wichtiges Kriterium sei.

Die notwendige Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses wurde von der Samtgemeinde mit 16.000 Euro bezuschusst. „Ich freue mich, dass wir jetzt ein weiteres Feuerwehrhaus auf Stand haben", gab denn auch Gemeindebrandmeister Torben Henning zu verstehen. Der allgemeine Bürgermeister der Samtgemeinde Sittensen, Stefan Miesner, wusste in seinem Grußwort zu berichten, dass der Beschluss des Samtgemeinderates für die Bezuschussung einstimmig getroffen worden sei.

Es sind noch weitere Fördermittel geflossen. Im Juni 2019 traf der Zuwendungsbescheid vom Amt für regionale Landesentwicklung Verden ein. Die Gemeinde bekam vom Land Niedersachsen im Zuge der Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung eine Zuwendung über 162.000 Euro. Christina Wilke vom Amt für regionale Landesentwicklung hatte es sich mit einer Kollegin nicht nehmen lassen, der Einweihung trotz Staus auf der Autobahn beizuwohnen. „Es hat manche Schweißperle gekostet, um alle Formalitäten in den zwei Jahren abzuwickeln", bekannte sie. Der ehrenamtliche Einsatz habe einen Kraftakt bedeutet. „Sie haben ein tolles Haus geschaffen und füllen es, wie wir heute sehen, aktiv mit Leben. Da macht es Spaß, öffentliche Fördergelder hineinzugeben", fügte sie voll des Lobes hinzu.

Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Vierden, Lars Kamphausen, übereichte Harald Schmitchen und seiner Ehefrau Gerda im Namen des Rates ein Präsent in Form eines Gutscheines für ein Urlaubswochenende zum Dank „für die „selbstlose Art", mit der beide sich in die Planungen und Organisation des Bauvorhabens eingebracht hätten. „Das Kapitel ist jetzt abgeschlossen. Es hat uns viel Spaß gemacht", resümierte Schmitchen.

Nach dem offiziellen Teil wurde Kaffee und Kuchen gereicht. Die Feuerwehr stellte sich anschließend mit ihren Fahrzeugen vor und demonstrierte gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Wohnste eine Personenrettung aus einem verunfallten Pkw.

Hintergrund:
Das Dörfergemeinschaftshaus ist dort errichtet worden, wo sich die alte Schule aus dem Jahr 1906 befand. Sie wurde 1966 geschlossen und von der Gemeinde an privat verkauft. In den 1970er Jahren wurden der im Erdgeschoss befindliche alte Klassenraum und ein angrenzender Gruppenraum von der Gemeinde zurückgekauft. Der Klassenraum diente seitdem als Versammlungs- und Veranstaltungsraum. 2013 wurde das Gebäude der Gemeinde zum Kauf angeboten.

Da über Jahrzehnte nicht investiert wurde, war die Bausubstanz marode. Nach dem Erwerb des Gebäudes durch die Gemeinde sprach der Rat einen dorfansässigen Architekten an, der eine Skizze für ein Dörfergemeinschaftshaus anfertigte. In einer Versammlung wurde den Bewohnern der Gemeinde das Vorhaben vorgestellt, um sie frühzeitig mit einzubinden. Auch die Feuerwehr war in die Planungen involviert.

Nach dem Erhalt der lang erwarteten Baugenehmigung im November 2017 wurde das Gebäude der alten Schule abgerissen, Teile des Feuerwehrgerätehauses blieben erhalten. Im März 2018 begannen die Arbeiten zum Neubau. Knapp 300.000 Euro hat die Gemeinde selbst aufbringen müssen, wobei laut Schmitchen der Haushalt nicht über Gebühr belastet ist, denn die Gemeinde kann durch den Grundstücksverkauf im neuen Baugebiet weitere Einnahmen generieren. Eine geräumige Küche ist dem Veranstaltungsraum angegliedert, des Weiteren gibt es Sanitär- und WC-Räume, auch behindertengerecht, Technik- und Abstellraum. Die Beheizung erfolgt über eine Hybridheizung mit Gas-Brennwertkessel und Luftwärmepumpe. Und einen W-LAN-Hotspot gibt es im Bereich des Gebäudes ebenfalls. (hm)

 

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