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Dienstag, 15.10.2019

Marktplatz: Rat gegen Festsetzung historischer Gebäude im B-Plan

Die CDU-/FDP-Gruppe im Rat der Gemeinde Sittensen möchte die ortsbildprägenden Gebäude am Sittenser Marktplatz schützen und hat die Festsetzungen der historischen Häuser - Henkis-Haus, Alte Apotheke, Wilkens–„Vossbäcker", Rathausgebäude - im Bebauungsplan Ortsmitte-Süd beantragt. Der Planungsausschuss der Gemeinde hatte sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen. Der Gemeinderat folgte dem jetzt ebenso und lehnte das Begehr mehrheitlich ab.

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Miesner hatte zuvor zu bedenken gegeben, dass durch andere Entscheidungen des neuen Rates, der in zwei Jahren gewählt werde, die Gebäude verloren gehen könnten und damit auch der Charakter des Ortes. Durch die Festsetzungen werde Mitspracherecht gewährleistet.

Sozialdemokrat Klaus Huhn, Vorsitzender des Planungsausschusses, hielt erneut dagegen: „Die Planungshoheit obliegt der Gemeinde, denn sie ist bis auf das Rathaus Eigentümer der Gebäude und damit Herr des Geschehens. Insofern besteht keine Notwendigkeit, sie im B-Plan festzusetzen."

Auch der Antrag der CDU-/FDP-Gruppe auf Durchführung einer Bürgerbefragung zum Umgang mit der historischen Bausubstanz am Marktplatz fand kein Gehör und wurde mehrheitlich abgelehnt. Christdemokrat Eike Burfeind machte deutlich, dass es auch eine Möglichkeit sei, die Fassaden mit historischen Bauteilen zu erhalten und die Gebäude zu entkernen. Neues könne harmonisch mit Altem verbunden werden. Städtebauförderprogramme und Investoren könnten die Finanzierung unterstützen. Er plädierte mit Nachdruck dafür, die Bürger mit zu beteiligen und ein Meinungsbild einzuholen. „Es geht um die Zukunft Sittensens. Die Gemeinde darf ihren Einfluss nicht abtreten, vor allem wenn es um Veräußerungen und Pläne von Investoren geht. Aus städtebaulicher Sicht wäre es eine Sünde, das letzte Gebäudeensemble von Alt-Sittensen zu verlieren."

Bürgermeister Diedrich Höyns sprach sich ebenfalls gegen eine Bürgerbefragung aus und begründete das auch mit der angespannten, finanziellen Situation der Gemeinde. Und: „Wir sind Grundeigentümer der Immobilien und haben daher in der Hand, was damit geschieht." Guido Löbbering äußerteebenso Bedenken. Wir können es uns nicht leisten, dafür öffentliches Geld auszugeben. Wir werden auch kaum Investoren finden, die dafür viel Geld ausgeben würden. Außerdem erreicht eine Befragung nur die, die sich dafür interessieren. Es ist immer die Frage, wieviel Leute überhaupt teilnehmen würden."

Auf den weiteren Antrag der CDU-Fraktion auf Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs über Stadtplanerbüros oder eines Studentenwettbewerbes zum Umgang mit der historischen Bausubstanz am Marktplatz wurde nicht weiter eingegangen, da zunächst die Ideen des Planungsbüros PGN zur Gestaltung des Marktplatzes abgewartet werden sollen, die am 21. Oktober in der nächsten Fachausschusssitzung vorgestellt werden. (hm)

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