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Sonntag, 20.10.2019

Dorfbewohner feiern gemeinsam Erntefest

Der Reigen der Erntedankfeste in der Region ist eröffnet. In Hamersen wurde Samstag gefeiert. Der ländliche Festnachmittag in der prächtig geschmückten Halle des Feuerwehrhauses war wie geschaffen für ein familiäres Miteinander. Die Beteiligung der Dorfbewohner war denn auch groß. Das Kronenbauernpaar Kerstin und Jörg Carstens freute sich auch über die Anwesenheit neuer Bürger des Ortes.

„2019 ist ein besonderes Jahr, denn unsere Dorfjugend baut nach vielen Jahren erstmals wieder einen Schmuckwagen für den großen Sittenser Erntewagenumzug", wusste Jörg Carstens zu berichten. Und noch eine Besonderheit ließ er nicht unerwähnt: Es bauen gleich mehrere Generationen an dem Wagen mit. Das bestätigte Jan Aldag von der Dorfjugend: „Wir haben seit zehn Jahren keinen Schmuckwagen mehr gebaut und freuen uns über die vielen fleißigen Helfer und die Unterstützung aus dem Dorf. Wir haben schon viel geschafft und rechnen uns gute Chancen für einen der vorderen Plätze aus."

Ansprache des Bürgermeisters

Bürgermeister Gerd Kaiser ging auf das aktuelle Geschehen in der Gemeinde ein. Nicht ohne Stolz vermeldete er, dass bereits alle Grundstücke des zweiten Abschnittes im Baugebiet Hamersbruch verkauft sind. Aber: Ausdrücklich betonte er, dass sieben Flächen explizit für Hamerser Bürger zur Verfügung stehen, egal ob junge Leute zunächst zum Studieren außerhalb leben. „Hamerser bleibt Hamerser", so Kaiser.

Erfreuliches hatte er zur finanziellen Situation der Gemeinde zu berichten, denn seit März dieses Jahres ist sie dank der Grundstücksverkäufe schuldenfrei. Sämtliche Verbindlichkeiten konnten mit „einem Schlag" abgelöst werden. Kritische Worte fand er zu den kreisweit entstandenen Problemen in Sachen Schülerbusbeförderung, denn auch Hamersen ist nach dem Wechsel der Busunternehmen davon betroffen. Er bat darum, verbesserungswürdige Punkte beim Ordnungsamt der Samtgemeinde Sittensen zu melden.

Festrede von Jörn Keller

Den Part des Festredners hatte auf Wunsch des Kronenbauernpaares der zukünftige Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller übernommen. „Hochdemokratisch" sei er laut Kaiser aus der Stichwahl als eindeutiger Wahlsieger hervorgegangen. Der Bürgermeister räumte ein, dass er Wahlkampf für den Mitbewerber gemacht habe, ihm aber die Zusammenarbeit anbiete. „Die Probleme wie auch Chancen in unserer Samtgemeinde sind enorm. Wenn wir zusammenrücken und nicht der Kernort in den Vordergrund gerückt wird, sondern alle gleichberechtigt sind, können wir das Riesenpfund, die Nähe zur Autobahn, zusammen nutzen. Und wenn es an die gemeinsame Ausweisung von Gewerbegebieten geht, hast du meine volle Unterstützung", wandte er sich an Keller.

Dieser signalisierte sogleich Zustimmung. Denn ein Thema seiner Rede galt neben der Landwirtschaft der Gemeinschaft. Und dazu zählt für ihn auch die in den Dörfern der Börde. „Da ist es egal, welcher Partei der Bürgermeister angehört. Ich selbst bin auch parteilos. Zwar spielt sich in Sittensen eine Menge ab, aber wir werden gemeinsam die Dinge angehen", versprach Keller. Er warb eindringlich darum, dass sich Bürger in zwei Jahren bei der Kommunalwahl aufstellen lassen. „Ich möchte einen Denkprozess anstoßen. Wir brauchen eine große Auswahl an Menschen, die sich einbringen und etwas bewegen wollen. Eine gute Mischung aus Alt und Jung, Frauen und Männern, Neueinsteigern und Erfahrenen, die für alle Parteien kandidieren. Posten kann man nicht ersitzen, man muss schon etwas tun", bekräftigte Keller.

Er hatte sich ebenso Gedanken gemacht zur Bedeutung des Erntedankfestes und wusste auch als „Nicht-Landwirt" von den Herausforderungen und der harten Arbeit der Landwirte zu berichten. Er appellierte darum, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen und regional einzukaufen. „Wir dürfen die Landwirte nicht allein lassen, auch der Verbraucher ist gefordert. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Das Rahmenprogramm des Festnachmittages wurde in bewährter Form mit wieder ganz reizend anzuschauenden Tanzdarbietungen der örtlichen „Minis" und der Schulkinder, bei letzteren diesmal unter Mitwirkung etlicher Jungen sowie einem lustigen Sketch der Dorfjugend umrahmt. Mit Birgit und Mike Lenuweit ist für das nächste Jahr auch schon ein neues Kronenbauernpaar gefunden worden. Mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen wurde der Nachmittag beschlossen, abends an gleicher Stelle ordentlich gefeiert. (hm)

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