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Mittwoch, 18.09.2019

Ausschuss votiert gegen Festsetzungen historischer Häuser im B-Plan

Die CDU-/FDP-Gruppe im Rat der Gemeinde Sittensen macht sich für einen „behutsamen Umgang und eine nachhaltige Planung" mit der historischen Bausubstanz am Sittenser Marktplatz stark und hat daher die Festsetzungen der gemeindeeigenen Gebäude Henkis-Haus, Alte Apotheke, Wilkens–„Vossbäcker" und auch das Rathausgebäude im Bebauungsplan Ortsmitte-Süd beantragt. Der Planungsausschuss der Gemeinde hat in seiner jüngsten Sitzung über die Anträge beraten und sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen.

Eike Burfeind von der CDU-Fraktion hatte zunächst eine Erläuterung abgegeben. Die Gemeinde stehe in der Verantwortung, die Veränderungen, was die Zukunft Sittensens angehe, zu berücksichtigen. „Wir müssen das Ganze städtebaulich betrachten. Es geht um die Frage, was wollen wir in Sittensen? Das Vorhandene ist als Erbe mit einzubinden. Neues kann harmonisch mit Altem verbunden werden. Es ist möglich, die Gebäude fassadentechnisch zu erhalten und zu entkernen. Die Gemeinde darf ihren Einfluss nicht abtreten und muss ihr Mitspracherecht behalten, vor allem wenn es um Veräußerungen und Pläne von Investoren geht. Städtebaulich wäre es eine Sünde, das letzte Gebäudeensemble von Alt-Sittensen zu verlieren", appellierte er mit Nachdruck an das Gremium.

Förderangebote könnten die Finanzierung unterstützen. Ausschussvorsitzender Klaus Huhn hielt vehement dagegen: „Die Gemeinde ist bis auf das Rathaus Eigentümer der Gebäude und damit Herr des Geschehens. Mit Festsetzungen im Bebauungsplan würden wir uns beschränken und zukünftige Planungen behindern." Burfeind verwies darauf, dass es in zwei Jahren einen neuen Rat gebe. „Es könnte sein, dass der neue Rat beschließt, die Gebäude zu verkaufen. Durch die Festsetzungen gewährleisten wir unser Mitspracherecht."

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Miesner plädierte dafür: „Wenn es um beonders erhaltenswerte Bausubstanz geht, können solche Festsetzungen durchaus in einem B-Plan mit aufgenommen werden. Die Gebäude weisen die Voraussetzungen dafür auf." Die Appelle verhallten ungehört, der Ausschuss votierte mehrheitlich dagegen.

Der weitere Antrag der CDU-Fraktion auf Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs über Stadtplanerbüros oder eines Studentenwettbewerbes zum Umgang mit der historischen Bausubstanz am Sittenser Marktplatz wurde geschoben, da zunächst die Ideen des Planungsbüros PGN zur Gestaltung des Marktplatzes abgewartet werden sollen. Sie kommen in der nächsten Planungsausschusssitzung am 21. Oktober zur Vorstellung. Die Möglichkeit eines Studentenwettbewerbes könne danach immer noch aufgegriffen werden, sagte Huhn.

Morgen kommen die Anträge in der Sitzung des Gemeinderates, der um 19 Uhr tagt, erneut zur Beratung. (hm)

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