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Samstag, 04.04.2020

Deutlicher Anstieg der Unfallzahlen

In der gesamten Region hat es 2019 mehr Verkehrsunfälle gegeben. So war auch im Landkreis Rotenburg ein deutlicher Anstieg um 513 von 5532 auf 6045 Unfälle zu verzeichnen. Dies entspricht einer Steigerung von 9,3 Prozent. Bei 139 Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden wurden 16 Menschen getötet und 141 schwer verletzt. Hauptunfallursache bei den schweren Verkehrsunfällen - dazu mit steigender Tendenz - bleibt die unangepasste Geschwindigkeit. In zwölf Fällen spielten Alkohol oder berauschende Mittel eine Rolle.

Eine detaillierte Analyse erfolgt im Rahmen der jährlichen Sitzung der Verkehrsunfallkommission, die sich aus Experten verschiedener Behörden und Institutionen zusammensetzt. In dem Rahmen werden Unfallhäufungsstellen festgestellt und Lösungen zu deren Entschärfung erarbeitet.

Mehr Wildunfälle

Bei den Wildunfällen ist ein starker Anstieg von über 20 Prozent festzustellen. 2022 Mal kam es zu Kollisionen mit Wildtieren - das sind 349 mehr als noch 2018. Damit liegt der Anteil weiter bei einem Drittel am Gesamtunfallgeschehen. Auch dieses Phänomen lässt sich in der gesamten Region erkennen. Ende 2019 wurde die Warnbeschilderung an den Straßen im Landkreis wieder angepasst. Die Polizei bittet dringend um angepasste Geschwindigkeit in besonders betroffenen Bereichen.

Unfallfluchten

Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten ist 2019 angestiegen, jedoch in einem geringeren Ausmaß als die Anzahlzahl aller Unfälle. In 1101 Fällen entfernte sich ein Unfallbeteiligter unerlaubt von der Unfallstelle. Gut die Hälfte der Unfallfluchten ereigneten sich auf Parkplätzen oder beim Vorbeifahren an geparkten Fahrzeugen. Die Anzahl der aufgeklärten Unfallfluchten konnte erhöht werden. Bei 42 Prozent dieser Unfälle wurde ein Verursacher ermittelt.

Alkohol und Drogen

Alkohol und Drogen spielen weiter eine gefährliche Rolle bei der Verursachung von Verkehrsunfällen. In 79 Fällen wurde beim Unfallverursacher Alkohol-, 12 Mal Drogenbeeinflussung festgestellt. Blutprobenentnahme und Führerscheinentzug sind regelmäßig die Folge. 2018 wurden 52 Unfallverursacher unter Alkohol- und sechs unter Drogeneinfluss registriert.

Radfahrerunfälle

Trotz vermehrter Nutzung von Fahrrädern und steigendem Anteil von Pedelecs, ist die Anzahl der Fahrradunfälle von 239 auf 225 gesunken. Seit Einführung der Pedelecs ist auch hier erstmals ein deutlicher Rückgang von 25 auf 17 unfallbeteiligten Pedelec-Fahrern festzustellen. 27 Radfahrer wurden 2019 schwer verletzt - das stellt einen deutlichen Anstieg zu den Vorjahren dar. Die Polizei rät, Fahrradhelme zu tragen. Nach polizeilicher Einschätzung sind immer mehr Radfahrer wieder "oben ohne" unterwegs. Sie setzen sich damit einer deutlich höheren Gefahr schwerer Kopfverletzungen aus.

Junge Fahrer und Senioren

Im Vergleich der Risikogruppen "Junge Fahrer" und "Senioren" schneiden die Fahranfänger schlechter ab. Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren waren an 1227 Verkehrsunfällen beteiligt (2018: 1056), Menschen über 65 Jahren 1025 Mal (2018: 1020). Bei den jungen Fahrern ist damit ein deutlicher Anstieg festzustellen. Bei der Analyse der Gruppe der Senioren wird eine Verschiebung hin zur Gruppe der 75- bis 84-Jährigen deutlich. In dieser Gruppe war ein Anstieg von 385 auf 441 Unfälle zu verzeichnen, während die 65 bis 74-Jährigen ihren Anteil um das gleiche Maß senken konnten. Bei den Unfällen wurden fünf Senioren getötet und 27 schwer verletzt. In der Gruppe der jungen Fahrer erlitten ebenfalls fünf Personen tödliche, 19 schwere Verletzungen.

Hansalinie - A1

Auf der Hansalinie zwischen den Anschlussstellen Posthausen und Rade mussten die Beamten der Autobahnpolizei Sittensen im vergangenen Jahr 663 Unfälle, und damit genau 34 Unfälle mehr als 2018 aufnehmen. Dabei wurden zwei Beteiligte getötet und 34 schwer und 159 leicht verletzt. Der leichte Anstieg der Unfallzahlen dürfte den Sanierungsmaßnahmen geschuldet sein. Allein an den Auffahrten der Anschlussstelle Posthausen und der Rastanlage Grundbergsee kam es in der Bauphase zu 34 Unfällen.

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