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Freitag, 26.02.2021

Schulschließung Klein Meckelsen? CDU: Wilder Aktionismus ohne fundiertes Konzept

Die Wellen schlagen hoch, nachdem die Samtgemeinderatsmitglieder Christiane Dammann, Guido Löbbering und Nicole Totzek mit ihrer Idee, die Grundschule in Klein Meckelsen zu einer Kindertagesstätte umzuwandeln und sie in den bereits fest geplanten Erweiterungsbau der Grundschule Sittensen zu integrieren, eine heftige Debatte losgetreten haben. Ihren Vorschlag wollten sie zunächst als „Gedankenanstoß" verstanden wissen, um die mehr als angespannte Haushaltslage der Samtgemeinde Sittensen zu entlasten. Einen formellen Antrag mit belastbarem Zahlen- und Kostenmaterial hat das Trio denn auch noch nicht gestellt.

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Detjen zeigt sich ob des Vorstoßes entrüstet: „Es wird Wahlkampf erster Klasse auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Lehrern betrieben. Das ist unverantwortlich. Da kommt man ohne fundiertes Konzept mal eben um die Ecke und sorgt für jede Menge Aufregung. Das ist wilder Aktionismus. Der Vorstoß, der im Übrigen weitreichende Konsequenzen hätte, ist gar nicht zu Ende gedacht. Wo sind belegte Zahlen zu dem angeblichen Einsparpotenzial von drei Millionen Euro? Die Summe ist reine Augenwischerei. Was würde der Umbau der Schule zur Kita kosten? Wie hoch sind die Kosten für einen deutlich größeren Erweiterungsbau an der Sittenser Grundschule? Ist dort überhaupt genug Platz? Wie sehen die behördlichen Vorgaben aus, wenn ein Schulbetrieb auslaufen sollte? Das alles ist nicht ermittelt, aber es wird schon eine Lawine losgetreten, die nicht hätte sein müssen, wenn man sich vorher abgestimmt hätte", bedeutet Detjen und verweist darauf, dass die Planungen für den Neubau einer Kindertagesstätte in Klein Meckelsen bereits weit fortgeschritten seien und auch Kosten verursacht hätten.

Dass die Fraktionen im Vorfeld keinerlei Informationen zu dem Vorschlag der drei SPD-Mitglieder bekommen haben, ärgert ihn: „Es wird doch immer die gute Zusammenarbeit in den Vordergrund gestellt. Mit solch einer Vorgehensweise kann die sicher nicht funktionieren." Und: Es ärgert ihn besonders, dass ihm seinerzeit bei den Debatten um den Bau eines Rathauses – Detjen war bekanntlich Verfechter eines Neubaus - vorgeworfen wurde, er habe seine Zahlen „vom Baum gepflückt. Was bitteschön ist dann diese so gar nicht durchdachte Idee für ein Unterfangen?"

Er sieht zudem bei künftigen Investitionen eine deutliche Kursänderung zugunsten des Kernortes Sittensen. „Das ist psychologische Kriegsführung in Richtung der Dörfer, die mehr und mehr abgehängt werden. Die Dörfer haben ohnehin schon durch die Anhebung der Samtgemeindeumlage zu kämpfen", bedeutet er.

Dass die Finanzlage der Samtgemeinde sehr angespannt ist und Einsparungen dringend angezeigt sind, dessen ist sich auch Detjen bewusst: „Wir müssen den Haushalt nochmal genau durchleuchten und den Rotstift ansetzen. Da werden auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen sein." Er möchte der Mehrheitsfraktion im Samtgemeinderat aus SPD, WFB und Grünen eine gemeinsame Sitzung vorschlagen. „Wenn jeder Sparwillen hat, sollte das Angebot angenommen werden", so der CDU-Fraktionsvorsitzende. (hm)

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