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Freitag, 01.07.2022

Edelbrand aus Eicheln: Jungunternehmer pflanzen Bäume

Eichenholzfässer werden seit jeher zur Herstellung von hochprozentigen Getränken verwendet. Sie sollen den Geschmack „milder", „runder" oder „weicher" machen. Doch warum gibt es keinen Schnaps aus Eiche? Diese Frage haben sich die drei Freunde Leonard Spreckels, Niklas Haller und Michael Frankenbach gestellt und sich daran gemacht, einen ebensolchen herzustellen. Keinen gewöhnlichen, „sondern ein Qualitätsprodukt, dass es so noch nicht gibt und mit keinem anderen vergleichbar ist", waren sich die Erfinder einig. Ergebnis: Nach einer dreijährigen Phase der Erprobung ist ein feiner, milder Edelbrand aus Eicheln mit Namen „Oken" entstanden. 

Erfahrung im Schnapsbrennen hatte keiner von ihnen. Jeder brachte seine Fertigkeiten und Talente mit. Insofern ergänzen sie sich bestens. Ihre jahrelange Freundschaft, die schon seit der Schulzeit in Zeven währt, tut ihr Übriges. "Sonst würde es auch nicht funktionieren", sind sich alle einig. Einer ist Unternehmensberater, der andere Maschinenbauingenieur, der Dritte Banker. Zwei wohnen in Sittensen, einer in Hamburg. An der Rezeptfindung haben sie lange getüftelt, bis der Eichenschnaps so schmeckte, wie er schmecken sollte.

Intensiv haben sie sich dazu mit den Eigenschaften der Eiche auseinandergesetzt, die für die Drei ein prägender Baum der heimischen Region ist. Auch den Prozess der Alkoholherstellung mussten sie von Grund auf erlernen. Viel Herzblut ist in die Entwicklungszeit des Oken geflossen. Ein Indikator hat für Spreckels, Haller und Frankenbach einen besonderen Stellenwert: „Bei uns ist alles rund um die Produktion echte Handarbeit."

Die Eicheln werden mit einer Mühle gemahlen, die Maische bereiten sie mit einer eigens entwickelten Maschine selbst zu, danach wird sie vergärt. Erst dann beginnt das eigentliche Schnapsbrennen. Diesen Vorgang führen die Oken-Macher noch nicht selbst durch, sondern greifen auf die Brennblase einer inhabergeführten Brennerei in Bremen zu. Die haben sie bewusst ausgewählt, denn ihre eigene Geschäftsphilosophie deckt sich mit derer. Das ist ihnen wichtig, ebenso die Herstellung des Edelbrandes ausschließlich aus natürlichen Zutaten.

Die Abfüllung geschieht genauso von Hand wie das Etikettieren und Verpacken. Bei Bedarf bekommen die Jungunternehmer auch Unterstützung von Familienmitgliedern. Schon der Verkauf der ersten Charge verlief erfolgreich und ermutigte zum Weitermachen.

Überwiegend ist der Edelbrand online über die Website www.der-oken.de oder in ausgewählten, regionalen Geschäften wie Herzhausen in Sittensen, Hotel Paulsen und „Ein Stückchen Glück by Wischhusen" in Zeven erhältlich. Die Finanzierung ihres Projektes ist ihnen auch mit Crowdfunding über die Start-up-Plattform „Start next" gelungen.

Aus den Einnahmen haben sie jetzt sieben neue Eichen gepflanzt – auf einer Fläche zwischen Sittensen und Hamersen, die der Gemeinde Sittensen als Ausgleichsfläche dient. Die hatte der Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde Sittensen, Niklas Tessmann, aufgetan, zu dem die drei Männer den Kontakt aufgenommen hatten. „Wir wollten die Bäume gerne in heimischen Gefilden pflanzen", so Spreckels, Haller und Frankenbach. Der Besitzer des angrenzenden Waldstückes, Ratsherr Johann Burfeind, hatte ebenfalls nichts dagegen, dass die Eichen dort nun wachsen.

Was sich die Oken-Hersteller für die Zukunft wünschen? „Eine weitere Optimierung unseres Geschäftsfeldes in jeder Hinsicht, sei es bei der Herstellung einer größeren Charge, der Anschaffung von größeren Maschinen oder auch einer eigenen Brennblase." Gerne würden sie in weiteren, regionalen Hofläden ihren Edelbrand verkaufen: "In solchen, die ein handgemachtes Produkt ebenso wertschätzen wie wir selbst." (hm)

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