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Montag, 28.09.2020

15 neue Corona-Fälle im Landkreis

Im Landkreis Rotenburg gibt es nach Mitteilung der Kreisverwaltung 15 neue Corona-Fälle. Sieben davon haben einen Bezug zum Cluster der Christengemeinde in Westertimke. Insgesamt beziehen sich 57 der aktuell 68 Gesamtfälle auf das Cluster. Die Krankheitsverläufe sind derzeit überwiegend leichter Natur.

Mit Zunahme der Corona-Fälle im Landkreis wird erneut darauf hingewiesen, dass auf die Einhaltung der Hygienekonzepte, insbesondere bei den derzeitigen Festen der Kommunion, Konfirmation und Firmung zu achten ist.

Die Gesamtsituation im Landkreis stellt sich wie folgt dar: Bisher wurden insgesamt 282 Fälle gezählt, 212 davon sind mittlerweile wieder genesen, zwei Personen verstorben. Aktuell gibt es 68 Infizierte. Es sind 154 Männer und 128 Frauen betroffen, 500 Kontaktpersonen sowie 43 Reiserückkehrer befinden sich in Quarantäne.

Alter (Gesamtzahl Fälle)
· Personen 0-9 Jahre: 8
· Personen 10-19 Jahre: 27 (+3)
· Personen 20-29 Jahre: 69 (+3)
· Personen 30-39 Jahre: 45 (+4)
· Personen 40-49 Jahre: 45 (+2)
· Personen 50-59 Jahre: 52 (+1)
· Personen 60-69 Jahre: 14
· Personen 70-79 Jahren: 10 (+1)
· Personen 80-89 Jahre: 10
· Person 90-99 Jahre: 2 (+1)

Gemeinden (aktuell aktive Fälle)

Samtgemeinde Selsingen (16, davon ein neuer Fall)

Samtgemeinde Zeven (15, vier neue Fälle)

Stadt Bremervörde (1)

Samtgemeinde Tarmstedt (28, vier neue Fälle)

Stadt Rotenburg (3, zwei neue Fälle)

Samtgemeinde Sottrum (4, drei neue Fälle)

Stadt Visselhövede (1)

Zum aktuellen Cluster um Westertimke

Von Quarantäne im Zusammenhang mit dem Cluster betroffene Einrichtungen:

Insgesamt zehn Schulklassen (GS Tarmstedt, GS Rhade, BBS Zeven, KGS Tarmstedt).

KGS Tarmstedt: gesamter 9. Jahrgang im Homeschooling

KITA Tarmstedt: zwei Gruppen in Quarantäne

KITA Heeslingen: komplett geschlossen

KITA Hassendorf: zwei Erzieherinnen und zwei Gruppen in Quarantäne

KITA Lebenshilfe Rotenburg (Wümme): zwei Gruppen in Quarantäne

Entstehung des Clusters

In den vergangenen zwei Wochen gab es einen vermehrten Anstieg von Infektionen in den Gemeinden Selsingen, Tarmstedt und Zeven, der nicht auf Reiserückkehrer zurückzuführen war. Der Ursprung der meisten dieser Fälle konnte auf die Christengemeinschaft e.V. in Westertimke zurückgeführt werden. Die Vielzahl der Infektionen ist nach Aussage des Gesundheitsamtes dadurch zu erklären, dass an mehreren Tagen mit einer Vielzahl von Menschen in einem Raum über einen längeren Zeitraum Gottesdienste stattfanden, bei denen auch gesungen wurde. Das Hygienekonzept der Gemeinde war offenbar nicht ausreichend, um einen derartigen Ausbruch von Infektionen zu verhindern.

Seit Bekanntwerden des neuen Clusters wurden die Ermittlungen und Untersuchungen des Gesundheitsamts intensiviert. In der letzten Woche wurden über 600 Abstrichuntersuchungen durchgeführt.

Auswirkungen

Im Gegensatz zum bisherigen Infektionsgeschehen im Landkreis führt dieses aktuelle Cluster dazu, dass zahlreiche Schulen und Kindertagesstätten derzeit von positiven Fällen und damit auch von Quarantänemaßnahmen für die Kontaktpersonen betroffen sind. Insofern hat das aktuelle Cluster erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen, viele Eltern stehen kurz nach der Wiederöffnung der Kindertagesstätten und der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen erneut vor Problemen in der Betreuung ihrer Kinder und Organisation des Alltags in den Familien. Im Interesse des Infektionsschutzes sind die Quarantänemaßnahmen aber unvermeidbar, um Infektionsketten zu unterbrechen und die Infektionen einzudämmen.

Maßnahmen des Landkreises

Der Landkreis hat als Reaktion auf das aktuelle Geschehen das Gesundheitsamt durch weiteres Personal aus anderen Ämtern verstärkt. Die Mitarbeiter sind derzeit weit über die regulären Arbeitszeiten und auch am Wochenende im Einsatz. Dadurch ist das Infektionsgeschehen im Landkreis derzeit noch unter Kontrolle. Die 7-Tages-Inzidenz liegt mit 33 noch unter dem kritischen Schwellenwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern. Auch sind die meisten Erkrankten im Durchschnitt jünger als während der ersten Infektionswelle im Frühjahr. Dadurch ergibt sich auch die geringere Anzahl von schweren Verläufen.

Damit das so bleibt, appelliert Landrat Hermann Luttmann darum, weiter gemeinsam diszipliniert daran zu arbeiten, die Pandemie einzudämmen. Der Landkreis wird dem durch intensive Testungen und Nachverfolgung von Infektionsketten nachkommen, die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die „AHA-Regeln" einzuhalten und im Fall einer Infektion konstruktiv mit dem Gesundheitsamt zusammenzuarbeiten.

Infektionsgefahr durch Singen

Zur Übertragung von SARS-CoV-2 durch Aerosole beim Singen stellt eine aktuelle, wissenschaftliche Studie der Charité und der TU Berlin fest, dass der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2-Viren die Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel über die Atemwege ist. Je nach Partikelgröße kann zwischen „Tröpfchen" und „Aerosolpartikeln" unterschieden werden. Tröpfchen sind größer und schwerer und sinken deshalb innerhalb kurzer Zeit zu Boden. Sie werden nur bis zu einer Distanz von 1,5 Metern transportiert. Die ausgeatmeten Aerosole sind kleiner und leichter, so dass sie auch über längere Zeit in der Luft schweben können und sich in geschlossenen Räumen verteilen. In kalter, feuchter Luft verteilen sich die Aerosole über große Distanzen (mehrere Meter).

Tröpfchen und Aerosole entstehen auch beim Sprechen und Singen. Für das Sprechen ist im Vergleich zur Atmung eine stärkere Bildung von Aerosolen bekannt. Die Studie bestätigte die Hypothese von bis zu 300 Mal erhöhten Emissionsraten beim Singen im Vergleich zum Sprechen. Diese Feststellung passt zu den Berichten über hohe Infektionsraten bei Chorproben in geschlossenen Räumen und zu den Ausbrüchen in den freikirchlichen Gemeinden in Frankfurt (Mitte Mai 2020 mit über 200 Infizierten) und Bremerhaven/Cuxhaven (Ende Mai 2020 mit über 100 Infizierten und 1 Todesfall).

Allgemeine Informationen und die aktuellen Fallzahlen sind auf der Internetseite des Landkreises unter www.lk-row.de/corona abrufbar.

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