JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert! Bitte aktivieren Sie JavaScript für Treffpunkt-Sittensen, da die Seite ansonsten nicht korrekt funktioniert.
Samstag, 16.01.2021

Absackungen: Tribüne der Waldbühne wird saniert

Die Tribüne auf der Waldbühne Königshof bedarf einer Sanierung. Im Laufe der Jahrzehnte ist es zu einer Absenkung des gesamten Tribünenwalls gekommen. Damit einher geht eine verminderte Sicht in den oberen Reihen. In den einzelnen Zuschauerreihen gibt es inzwischen teilweise Absackungen, die Stufenunterschiede zwischen 13 und 22 Zentimetern verursachen. Durch die Wühlmausplagen der zwei vergangenen heißen Sommer kommt die Gefahr von Luftkanälen hinzu, was nochmal die Unfallgefährdung durch wackelnde Stühle erhöht. Außerdem geraten die senkrechten Stützplatten Richtung Bühne in Bewegung, was eine Schrägstellung nahezu aller Platten nach sich gezogen hat.

Die Niederdeutsche Bühne des VfL Sittensen führt dort seit 1950 unter dem Motto „Fierobend in Köenhoff" Freilichttheater auf. In diesem Jahr ist das Sommertheater erstmals Corona bedingt ausgefallen. Die spielfreie Zeit nutzen freiwillige Helfer aus der Sparte jetzt für die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten. Seit etwa zwei Wochen werkeln sie fleißig nach Feierabend und vor allem an den Samstagen auf der rund 400 Quadratmeter großen Tribünenfläche. Insgesamt müssen 13 Reihen beackert werden.

Gerne wären die Theaterspieler früher mit den Arbeiten angefangen, aber die erforderliche Abstimmung mit dem Vorstand des VfL zog sich hin. Denn: „Nach diversen Gesprächsrunden und Expertisen ist der Vorstand zu dem Ergebnis gekommen, dass der ursprünglich von uns geplante Betonverbau aus baurechtlichen Gründen nicht tragbar ist", lässt Carsten Köhn, Pressewart der Niederdeutschen Bühne, wissen.

Im Vorfeld hatte er bereits einen Antrag auf Bezuschussung zu den Sanierungskosten sowie auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn an die Gemeinde Sittensen gerichtet. Darin waren noch Gesamtkosten von rund 5000 Euro veranschlagt. Da der VfL-Vorstand jedoch angeraten hat, auf eine massive Bauweise zu verzichten, hat Köhn seinen ersten Antrag revidiert und der Gemeinde ein abgespecktes Konzept vorgelegt, das nur noch Gesamtkosten von knapp 3000 Euro ausweist.

Abgespecktes Sanierungskonzept

Demnach sollen, ausgehend von der ersten Sitzreihe, die noch in Ordnung ist, die senkrechten Betonplatten jeder Reihe neu ausgerichtet, per Hochdruckreiniger gereinigt und defekte Platten ersetzt werden. Die vorhandene, obere Deckschicht wird jeweils abgetragen und durch „Schotterrasensubstrat" ersetzt. In etwa sechs Zentimeter Tiefe wird auf kompletter Stufenbreite Kaninchendraht als Schutz vor Wühlmäusen eingebracht. Vor jede Sitzreihe soll eine Pflastersteinreihe als Auflage für die hinteren Stuhlbeine zur besseren Stabilität gesetzt werden.

In die Schotterrasensubstratschicht wird Rasensaat eingebracht. Um in den oberen Sitzreihen den Zuschauern ein besseres Sichtfeld zu ermöglichen, werden die Reihen höhenmäßig angepasst. Die gesamten Arbeiten sollen in Eigenleistung ausgeführt werden. Ziel ist es, bis Ende Oktober fertig zu sein, zumal die Rasensaat ausreichend Zeit zum Anwachsen braucht.

Zuschussantrag an Fachausschuss verwiesen

Bürgermeister Diedrich Höyns hatte dem Gemeinderat während der jüngsten Sitzung den Antrag vorgestellt. Nach der „Handreichung Förderung Sport und Kultur" können neben Neu-, Um- und Erweiterungsbauten auch größere Instandsetzungen bezuschusst werden. Der Rat sprach sich einstimmig dafür aus, den Antrag zur detaillierten Beratung über die Zuschusshöhe an den zuständigen Fachausschuss zu verweisen.

Neues Besucherklientel generieren

Köhn hat in seinem Antrag auch darauf hingewiesen, dass es 2024 gleich zwei Jubiläen zu feiern gibt: den 75. „Fierobend in Köenhoff" und 1000 Jahre Sittensen. Mit der Waldbühne habe Sittensen einen Veranstaltungsort, an dem 1000 Gäste untergebracht werden könnten. „Wenn Verein und Politik Hand in Hand gehen, können mit Sicherheit dort interessante Veranstaltungen stattfinden", so Köhn.

Er macht ebenso deutlich, dass neues Besucherklientel generiert werden muss, um weiterhin niederdeutsche Kultur in Form von Theateraufführungen bieten zu können. Dabei kann er sich eine Zusammenarbeit mit der KGS Sittensen in Form von Schauspiel und Musik, mit der Kirchengemeinde und deren entsprechenden Angeboten oder durch Darbietungen regionaler Künstler vorstellen. Auch Kontakte zur Bremer Shakespeare-Company seien vorhanden und müssten nur vertieft werden.

VfL investiert

Der VfL Sittensen will zudem für 10.000 Euro die Reetdächer der Waldbühnengebäude sanieren und die Bestuhlung der Bühne in den nächsten Jahren sukzessive erneuern. Dafür sind 21.000 Euro (7.000 Euro jährlich) veranschlagt. (hm)

powered by webEdition CMS