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Dienstag, 02.03.2021

Abdelhamid Badaoui neuer Sozialarbeiter

Erst seit dem 6. Januar ist Abdelhamid Badaoui als Sozialarbeiter der Samtgemeinde Sittensen im Dienst und weiß bereits: „Ich fühle mich zu Hause." Das hört Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller nur allzu gerne, denn auch er ist durchweg zufrieden: „Die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar."

Insbesondere die Vielsprachigkeit seines neuen Mitarbeiters ist für ihn ein wichtiges Kriterium: So spricht der 54-Jährige, der in Casablanca geboren und in Frankreich aufgewachsen ist, fließend alle Dialekte in Arabisch und beherrscht ebenso die französische Sprache perfekt. „Damit kann er 75 Prozent der Geflüchteten bei uns in der Börde sprachlich auf Augenhöhe erreichen", freut sich Keller. Darüber hinaus spricht Badaoui englisch, polnisch, russisch, spanisch und deutsch.

Sein Aufgabengebiet umfasst schwerpunktmäßig die Flüchtlingsarbeit, aber auch um obdachlose Personen, die es in Sittensen gibt, kümmert er sich. Darüber hinaus gibt er bei Bedarf Bürgern Unterstützung bei behördlichen Antragstellungen. Der persönliche Austausch, die ihm anvertrauten Menschen zu integrieren, zu resozialisieren und zugleich präventiv zu arbeiten, sind für den neuen Sozialarbeiter die wichtigsten Eckpfeiler in seinem Einsatz. So hat er auch die Kinder und Jugendlichen im Blick, die möglichst hier in die Kindergärten und Schulen gehen oder eine Ausbildung machen sollen.

Täglich versucht der gebürtige Marokkaner, die Geflüchteten in den Unterkünften zu besuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen die Perspektivlosigkeit, die viele umtreibt, zu nehmen. Er möchte vermitteln, das Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten – Behörden, Verwaltung, Polizei – fördern und stärken und „die Geschichte hinter den Menschen erfahren, um Hürden abzubauen und eine Basis für mehr Zuversichtlichkeit zu schaffen."

Keller ist sicher, dass Badaoui diese hochgesteckten Ziele erreichen wird: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Verständigungsbarrieren sind jetzt abgebaut. Außerdem bringt der neue Kollege viel Empathie, fachlichen Hintergrund und eine bewegte Lebensgeschichte mit, die unsere Arbeit hier vor Ort bereichern und einen Schritt nach vorn bringen wird." Auch mit dem Sittenser Flüchtlingshilfeverein „EwiS – Eine Welt in Sittensen" arbeitet Badaoui bereits „gut und vertrauensvoll" zusammen.

An seiner Arbeit mit Geflüchteten schätzt er die „Vielschichtigkeit. Jedes Mal beginnt ein neuer Prozess. Es müssen die unterschiedlichsten Felder zusammengebracht werden, sei es das Bleiberecht, den Aufenthaltsstatus, die Arbeitsvermittlung oder die Familienzusammenführung. Die Menschen sollen hier ankommen und am Leben teilhaben", betont der neue Sozialarbeiter.

Dass es aber auch Konflikte unter den Geflüchteten gibt, insbesondere auf persönlicher Ebene, verhehlt er nicht. Im Krisenmanagement ist der 54-Jährige indes versiert. Immerhin hat er jahrelang für das niedersächsische Innenministerium Justizvollzugsanstalten im Land besucht und mit den Insassen gearbeitet und war in Hamburg als Sozialarbeiter tätig und dort für rund 3000 Flüchtlinge zuständig.

Badaoui ist ausgebildeter Offizier, hat die französische Marineakademie durchlaufen und einen Master in Sozialwissenschaften. Nach seiner Armeezeit ist er 2014 nach Deutschland gekommen, jetzt wohnt er in Rotenburg.

Sein Büro ist im ehemaligen Apothekengebäude Am Markt untergebracht und montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Kontakt: Telefon: 04282 8019003, Mail: Abdelhamid.Badaoui@sg.sittensen.de. (hm)

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