JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert! Bitte aktivieren Sie JavaScript für Treffpunkt-Sittensen, da die Seite ansonsten nicht korrekt funktioniert.
Sonntag, 13.06.2021

"Dialog öffentlich austragen"

Dr. Ralf Egge aus Sittensen meldet sich zur Stellungnahme von Bürgermeister Diedrich Höyns - Treffpunkt Sittensen am 6. Juni – wie folgt zu Wort:

Sehr geehrter Herr Höyns!

In Ihrem Beitrag äußern Sie dem Wunsch zu einem Dialog. Ich möchte diesen gerne als Privatmann mit Ihnen führen. Ich muss zunächst um eine Klarstellung bitten. In dem Bürgerbegehren wird um eine Unterschrift geworben, um „vor dem Ergebnis des vom Gemeinderat Sittensen beschlossenen städtebaulichen Wettbewerbs keine Abrissarbeiten ..."durchzuführen. Ob zum Schluss ein Erhalt sinnvoll, zweckmäßig und machbar ist: Hier stellen sich die Initiatoren dem demokratischen Prozess.

Dann hat mich etwas irritiert: In vielen Absätzen tauchen negativ besetzte Worte auf: verhindert, keinerlei Vorschläge, keine Anfragen, Blockade usw. Von einem Bürgermeister hätte ich weniger Beschwerde, sondern eher konstruktives Denken und vorwärts gerichtete Ideen erwartet.

Ich will Ihnen auch gratulieren. Die Alte Apotheke und das Wilkens-Haus an die Samtgemeinde zu verkaufen, spült Geld in die Kasse der Gemeinde, wofür das Rathaus gekauft werden kann. Also vielleicht – und hoffentlich - ein Nullgeschäft, aber dafür auch Sanierungskosten gespart. Und wenn dann das Rathaus abgerissen wird, spart man auch noch dort Sanierungskosten. Clever.

Die Kosten für den Abriss des Rathauses sind nur prozentual, aber der Blick zum Mühlenteich wird geöffnet. Wow, sollen die Bäume und Büsche auch weg? Und darf ich unter „Vorgaben für die Gestaltung...für eine zielgerichtete Entwurfsplanung" (Ihre Worte) diese Lücke in der auf der westlichen Seite der Marktbebauung und auf der Südseite den Betonklotz eines neuen Rathauses verstehen? Wann darf ich deren Bekanntmachung erwarten?

Samtgemeinde und Gemeinde Sittensen, wo ist da die Trennungslinie? Ihr Beitrag ist überschrieben mit unter anderem „Stellungnahme des Bürgermeisters". Da ist der Bürgermeister zusammen mit dem Gemeinderat in der Schwierigkeit, dem Samtgemeindebürgermeister eine „neue Fläche" als Standort für das Rathaus anzubieten. Sie als Bürgermeister der Gemeinde Sittensen schließen das jetzige Rathaus, was Sitz der Verwaltung der Samtgemeinde wäre, gänzlich – auch aus privaten Erfahrungen – aus: Sanierungsfall, oder wie andere sagen: marode. In 2016 haben Sie sich – als neuer Bürgermeister der Samtgemeinde Sittensen – gegen einen Neubau ausgesprochen. Was hat in den 5 Jahren als Bürgermeister sukzessive diesen Gedankenumschwung bewirkt? Zur Erklärung: Sie wollten in 2016 das Volksbankgebäude als neues Rathaus. Das „passe auch in das städtebauliche Konzept der Gemeinde" (Zitat vom 10.11.2016 aus treffpunkt). Nur: In der letzten Sitzung des Gemeinderates nannten Sie den Parkplatz der Wohnmobilisten an der Oste als potentiellen (Ersatz)Standort. Warum erwähnen Sie es nicht auch gegenüber den Bürgern der Gemeinde?

Meine Gedanken wären: Hätte man damals zügig den Umzug in die Volksbank durchgezogen, das Rathaus saniert oder neugebaut, wäre das Thema heute durch. Sie äußerten damals „Umbaumaßnahmen könnten 2018 erfolgen" (Zitat aus treffpunkt vom, 10.11.2016). Anschließend hätte wohl schon der damalige Samtgemeindebürgermeister auch den Ärzten das Volksbankgebäude anbieten können. Ok, hätte, hätte, Fahrradkette. Heute sieht man, was eine Investorengruppe, nach Verhandlungen von weniger als einem Jahr, innerhalb von ein paar Monaten auf die Beine bringen kann. Und schon zusätzliche Ideen einbringen, siehe der Antrag im Gemeinderat vom 3.6.2021.

Als Bürgermeister im Gemeinderat, als Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat, haben Sie miterleben müssen, wie seit Ankauf des Volkbankgebäudes 2015 bis zum Architektenvorschlag Ende 2019 die Kosten explodierten. Das Gutachten zum Sanierungsbedarf für das jetzige Rathaus aus 2013 ist noch nicht betrachtet. Aber das ist ja auch nicht Aufgabe der Gemeinde. Sie wird nur später über die Samtgemeindeumlage zur Kasse gebeten. Was bleibt nach vier Jahren bei dem Volksbankgebäude? Was bleibt beim Rathaus heute, acht Jahre nach dem Gutachten?

Für die Rathaus-Mitarbeiter war 2016 „die Dringlichkeit für einen sofortigen Auszug aus dem bisherigen Rathaus lt. Herrn Höyns nicht zu erkennen" (zitiert aus dem Protokoll des Rates der Samtgemeinde vom 4.8.2016), am 18. Mai 2021 steht im treffpunkt: „einen Neubau sind wir aber den Mitarbeitern des Rathauses schuldig, gibt Huhn zu verstehen". Nur jetzt wird die Schuld für fehlende Veränderungen auf drei Bürger abgeschoben. Ich wünschte mir, dass Ihr vorgeschlagener Dialog demnächst verbal auf öffentlichen Plätzen ausgetragen werden kann.

Gruppen hier in der Gemeinde schlagen Ideen für eine Belebung des Marktes vor. Seit 2019 wird der studentische Wettbewerb im Gemeinderat diskutiert, bisher sind nur Absichtserklärungen geblieben. Ich bin stark interessiert daran, welches Konzept ihre Partei für die Kommunalwahlen in das Rennen einbringt. Sie schuldet es den Bürgern laut den Aussagen im Protokoll des Rates der Samtgemeinde vom 4. Juni 2016: „Der Bereich am Markt sollte hingegen durch andere Nutzungen eine Aufwertung erfahren."

powered by webEdition CMS