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Mittwoch, 21.04.2021

Baugebiet "Zum Fahnenholz": Ausschuss berät Planentwurf

Der Ausschuss für Planung und Ortsgestaltung hat sich im Rahmen einer Videokonferenz mit dem Planentwurf zum Bebauungsplan „Zum Fahnenholz" beschäftigt. Dieser war bereits im Vorfeld im ersten Beteiligungsverfahren den Trägern öffentlicher Belange sowie Anwohnern und Grundstückseigentümern vorgetragen worden. Laut Gemeindedirektor Stefan Miesner ist die förmliche Auslegung Ende Mai vorgesehen. Er betont, dass der Aufteilungsplan noch nicht final feststeht, die Details des Vorentwurfs stellte Planerin Kerstin Oesterling den Ausschussmitgliedern vor.

Vom insgesamt gut vier Hektar großen Plangebiet hat die Gemeinde rund 3,7 Hektar erworben, nach erster Planung könnten dort 36 Grundstücke entstehen. Weitere fünf befinden sich in Privateigentum, fünf bereits bebaute Grundstücke werden im Zuge der Bauleitverfahrens mit beplant. Die privaten Flächen werden mit in den Bebauungsplan aufgenommen und an der Erschließung beteiligt.

Es ist eine Ringerschließung vorgesehen, der Neubau der geplanten Kindertagesstätte soll mittig platziert werden. Der Entwurf weist zwei zentrale Punkte nördlich und südlich aus, um Parkmöglichkeiten bündeln zu können. Im Außenbereich des Baugebietes ist eine eingeschossige Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern geplant, innen eine etwas dichtere und höhere in maximal zweigeschossiger Bauweise mit bis zu sechs Wohneinheiten.

Zwei Wohneinheiten sind für Einfamilienhäuser vorgesehen, die Mindestgrundstücksgröße bezifferte die Planerin zunächst auf 600 Quadratmeter. Je Doppelhaus soll es eine Wohneinheit geben, die Mindestgröße des Grundstücks beträgt 350 Quadratmeter pro Hälfte. Weitere Kriterien sind geneigte Dächer, wobei Dachgauben und -einschnitte nicht mehr als 50 Prozent auf einer Seite ausmachen sollen. Je Wohneinheit sollen zwei Stellplätze eingerichtet werden.

Günstiger Wohnraum

Die Erschließungsplanung stellte Planer Carsten Dittmer vor. Eike Burfeind wollte wissen, ob sozialer Wohnungsbau berücksichtigt worden sei und wo dafür Möglichkeiten bestehen könnte. Auch fragte er nach einer perspektivischen Erreichbarkeit des Baugebietes aus Richtung Hamersen.

Laut Bürgermeister Diedrich Höyns soll sozialer Wohnungsbau Berücksichtigung finden, dafür könnten gemeindeeigene Flächen vorgehalten werden, auch die Suche nach privaten Investoren sei eine Möglichkeit. Er sprach sich ebenso für eine fußläufige Verbindung zur Alten Dorfstraße aus.

Der Planer erachtet Mehrfamilienhäuser im Innenbereich für geeignet. Höyns brachte die Rede auf alternative Energieformen, die dort zur Anwendung kommen könnten. „Es ist eine der Kernaufgaben einer Kommune, sich für schadstoffarme Energieerzeugung einzusetzen", erklärte er. Die Planerin wies auf den Zeitdruck hin, der durch den Bau der Kindertagesstätte entstehe, da diese bereits im kommenden Jahr fertiggestellt werden müsse. Welche Energieform eingesetzt werde, könne auch über den städtebaulichen Vertrag geregelt werden.

Zu klären ist auch, wo und wie Ausgleichsflächen umgesetzt werden sollen, denn die versiegelte Fläche beträgt rund 12.300 Quadratmeter. Die Entwässerung soll über die Alte Dorfstraße zur Scheeßeler Straße hin erfolgen, ein Regenrückhaltebecken ist im Süden des Bereiches angelegt.

Noch Beratungsbedarf

Der Planungsausschuss will vor der Beschlussfassung durch den Gemeinderat nochmals zur Sitzung zusammenkommen, zuvor soll auch noch in den Fraktionen beraten werden. Nach dieser ersten Entwurfsvorstellung war klar, dass noch Beratungsbedarf besteht. Auch von Seiten der Anwohner liegen bereits Einwände vor, denn aus den Reihen derer sehen manche das Vorhaben kritisch.

Diskussionen entstanden zur Bauausführung der Straßen. Zum einen ging es um die Ausführung als Spielstraße oder Tempo-30-Zone. Klaus Huhn sprach sich vehement gegen die Einrichtung einer Spielstraße aus, da Kinder nicht die Gefahren durch den Verkehr sehen würden, wenn sie auf der Straße spielen dürften. Ausschussvorsitzender Alfred Flacke wiederum erachtet eine Spielstraße als passend für das „kleine, enge Baugebiet", zudem dürften Autos nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren, während in einer Tempo-30-Zone Fahrzeuge deutlich schneller unterwegs seien.

Ausbau als Spielstraße

Mehrheitlich verständigte sich das Gremium auf eine Ausführung als Spielstraße in 7,50 Meter Breite mit verkehrsberuhigter Zone. Dort werden im Seitenbereich Parkflächen ausgewiesen. Eike Burfeind sorgt sich darum, dass auf der Straße Zum Fahnenholz aus Richtung Hamersen kommend trotz Tempo 30 zu schnell gefahren wird und plädierte daher für die Schaffung eines Gehweges auf der Seite des Baugebietes. Auch die Möglichkeit einer Querungshilfe kam zur Sprache.

Huhn wies darauf hin, dass in Tempo-30-Zonen keine Überwege oder Ampellösungen vorgesehen sind. Stefan Miesner sprach sich für eine Einengung mit Absenkung und einspuriger Befahrbarkeit als Querungsmöglichkeit in Höhe des Kindergartens aus. Er wies auch auf die Problematik von Baumfällungen in Verbindung mit einem Gehwegbau hin. Schlussendlich regte Eike Burfeind noch an, sich Gedanken über eine mögliche Erweiterung des Baugebietes Richtung Osten zum Appeler Weg zu machen und in dem Fall eine Straße vorzusehen. (hm)

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