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Samstag, 04.12.2021

Experten beraten über Unfallschwerpunkte

Experten der Verkehrsunfallkommission des Landkreises Rotenburg haben sich Ende letzten Monats getroffen, um die Unfallentwicklung der Jahre 2019 und 2020 zu begutachten und notwendige Maßnahmen an Häufungsstellen zu
beschließen.

Insgesamt zeigte das Unfallgeschehen des Jahres 2020 eine positive Entwicklung. Während 2019 die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr noch um neun Prozent stiegen, sanken sie 2020 um 15 Prozent und wiesen mit 5153 Unfällen den niedrigsten Stand seit 2008 auf.

Die Zahl der Leichtverletzten sank sogar überproportional von 952 auf 739. Das entspricht einem Rückgang von über 22 Prozent. Leider ließ sich diese positive Entwicklung bei den Unfällen mit schweren Personenschäden nicht erkennen. Die Statistik verzeichnet bei schwerverletzten Personen einen leichten Anstieg von 157 auf 159. 14 Menschen kamen 2020 bei Verkehrsunfällen im Landkreis Rotenburg ums Leben.

Häufigste Ursache Wildunfälle

Häufigste Unfallursache im Landkreis Rotenburg stellen seit Jahren Wildunfälle dar. Sie machten auch 2020 mehr als ein Drittel aus. Die persönlichen Hauptunfallursachen waren unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand.

Die grundsätzlich jährlich stattfindende Sitzung der Unfallkommission ist im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausgefallen. Unfallhäufungsstellen aus 2019 gerieten jedoch nicht in Vergessenheit. Sie wurden anlässlich der aktuellen Zusammenkunft einer erneuten Prüfung unterzogen.

Aufteilung in "Nord- und Südkreis"

Erstmals wurde die Veranstaltung in die Bereiche "Nord- und Südkreis" geteilt. So konnte die Zahl der jeweiligen Teilnehmenden der Unfallkommission, die sich aus Vertretern verschiedener Behörden, Straßenbaulastträgern, Verkehrswacht, ADAC und Polizei zusammensetzt, minimiert werden. Für sie bot sich die Möglichkeit, die Unfallhäufungsstellen nicht nur am grünen Tisch, sondern direkt vor Ort in Augenschein zu nehmen.

Nordkreis

Beim ersten Treffen wurden zwei Punkte im Nordkreis begutachtet. An der Einmündung Bremer Straße/Bahnhofstraße in Bremervörde wurden vermehrt Unfälle zwischen Radfahrern und Pkw festgestellt. Eine Anpassung der Beschilderung sowie Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen soll Abhilfe schaffen. Im Bereich Wilstedt war ein Streckenabschnitt der Kreisstraße 113 nach Buchholz aufgefallen. Bereits in der Vergangenheit wurde über diese Strecke beraten, die wegen vieler Baumunfälle bekannt ist. Mit der Erneuerung des Fahrbahnbelages war an den bisherigen Problemstellen eine deutliche Verbesserung eingetreten. Nun verlagerten sich die Unfälle in die nächste Kurve, die zuvor unauffällig war. Die Kennzeichnung mit Richtungstafeln soll die Erkennbarkeit der Kurve verbessern.

Südkreis

Tags darauf wurde der Südkreis bereist. Sechs weitere Unfallschwerpunkte standen auf der Liste: Zwei von drei Punkten in Rotenburg zeigten Konflikte zwischen Radfahrern und Kraftfahrzeugen auf. In der Fuhrenstraße/Ecke Große Gartenstraße werden jetzt Haltelinien in die Pflasterung der Großen Gartenstraße integriert, um einbiegenden Fahrzeugen den Verlauf der Radwege zu verdeutlichen und die Radfahrer zu schützen.

Zu mehreren Unfällen kam es an der Kreuzung Bergstraße/Am Sande/Birkenweg. Dort sprachen die Fachleute lange über das komplexe Zusammenspiel zwischen Straßen- und Radwegführung, Sichtverhältnissen, Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer und andere Faktoren.

Eine Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht am Ende der Bergstraße ermöglicht es künftig den Radfahrern, die aus der Bergstraße geradeaus in den Birkenweg fahren wollen, weiter dem Verlauf zu folgen und so im Sichtbereich der Fahrzeugfahrer erkennbar zu bleiben.

Ebenfalls in den Fokus geraten ist die "Ärztehauskreuzung". Zwei Unfalltypen stachen besonders ins Auge. Zum einen sind es Fahrzeuge, die auf nasser Fahrbahn beim Überqueren der Kreuzung ins Schleudern gerieten. Zum anderen kam es vermehrt zu Unfällen zwischen parallel aus der Aalter Allee in die Burgstraße abbiegenden Fahrzeugen. Eine Überprüfung der Fahrbahnoberfläche und der Leitlinienführung steht nun auf der Agenda.

Als Dauerbrenner unter den Unfallhäufungsstellen war die sogenannte "Bullensee-Kreuzung" wieder dabei. Ein Ortstermin konnte keine hilfreichen Erkenntnisse bringen. Selbst die Befragung eines Taxifahrers, der während der Begutachtung fast einen, für diese Kreuzung typischen Vorfahrtunfall verursacht hatte, half nicht weiter. Die Kommission einigte sich darauf, die in Veersebrück (Einmündung K 224/B 71) erfolgreiche Kennzeichnung der seitlichen Sperrflächen mit sogenannten "Stand-up"-Leitbaken auf der K 206 zu übernehmen und erhofft sich davon eine Verbesserung.

Anschließend fuhr die Kommission nach Grapenmühlen zwischen Wittorf und Visselhövede. An der dortigen Kreuzung, an der ein großes landwirtschaftliches Anwesen mit Blumenpflückwiese und Hofladen ansässig ist, kam es vermehrt zu Unfällen beim Einbiegen und Abbiegen. Um diese Unfallstelle künftig zu entschärfen, wird das bereits bestehende Tempolimit von 70 Stundenkilometern im Bereich "Alte Mühle" bis zur Kreuzung Grapenmühlen verlängert.

Zum Schluss fuhr der Expertenbus nach Scheeßel zur Kreuzung Große Straße/Zevener Straße/Veerser Weg (B 71/L 131). Man kam zu keinem Ergebnis, denn zu viele Faktoren müssen noch ermittelt werden, um geeignete Maßnahmen beschließen zu können. Möglicherweise sorgt dort ein technischer Defekt oder eine verdeckte Sensorik einer Ampel für Probleme.

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