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Montag, 27.09.2021

Neuer Vorsitz beim Verein "EWiS"

Der Flüchtlingshilfeverein "EWiS" - Eine Welt in Sittensen hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung Vorstandswahlen durchgeführt. Neue Vorsitzende ist Ingrid Kohnert, die damit die Nachfolge von Wolfgang Steiner antritt, der 2017 den Verein federführend gegründet und maßgeblich die Flüchtlingshilfe in Sittensen aufgebaut hat. Im Mai dieses Jahres ist er leider verstorben.

Nun möchte Kohnert die Arbeit in seinem Sinne fortführen, was für sie ein ausschlaggebender Punkt war, den Vorsitz zu übernehmen. Bislang war sie als stellvertretende Vorsitzende tätig, dieses Amt übt nun Hanna Schöll aus. Schriftführerin Bettina Hellmers und Kassenwart Uwe Boehmer wurden in ihren Funktionen bestätigt. Zum erweiterten Vorstand gehören Hermann Büsselmann für die Öffentlichkeitsarbeit, Siegrid Lange ist zuständig für den Bereich Arbeit und Praktikum, Ulrich Wesche für steuerliche Angelegenheiten, Eleanor Köhlmoos ist Beisitzerin und kümmert sich um Sprache und Bildung.

Förderung der Integration von Flüchtlingen und Migranten

Der gemeinnützige Verein mit seinen aktuell 45 Mitgliedern, knapp die Hälfte waren bei der Versammlung anwesend, hat sich die Förderung der Integration von Flüchtlingen und Migranten zur zentralen Aufgabe gemacht. „Sie sind keine Fremden, sondern unsere Mitmenschen und künftige Mitbürger. Wir kämpfen dafür, dass sie ein besseres Bleiberecht erhalten, das ihnen ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und ohne Angst ermöglicht sowie einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander", so der „EWiS"-Leitsatz.

Corona bedingt konnten viele Aktivitäten nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden, besonders die Begegnungsmöglichkeiten wie die regelmäßigen Cafés sowie die Sprachkurse in der Volkshochschule oder der Schulunterricht, die wichtigen Schlüssel zur Integration.

Cafè „Mittendrin" öffnet wieder

Inzwischen können einige Bereiche wieder geöffnet werden. Dazu gehört das Cafè „Mittendrin" bei der Freien evangelischen Gemeinde Sittensen, das am Mittwoch, 15. September, nach langer Corona-Pause von 15.30 bis 18 Uhr unter Corona-Auflagen wieder in Betrieb gehen soll.

Die Zukunft des Internationalen Cafès, dass bis 2020 in den Räumen des Jugendzentrums stattfand, muss noch geklärt werden. Der „runde Tisch" unter der Schirmherrschaft von Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller soll Anfang des nächsten Jahres wieder durchgeführt werden. Ziel ist es, zum Thema Integration nicht über, sondern mit den Flüchtlingen zu sprechen. Auch das Fotoprojekt „Der andere Blick" soll neu belebt werden.

Geplant sind zudem Veranstaltungen zur Länderkunde, um zum Beispiel mit Filmen und Berichten von Geflüchteten über ihre Heimatländer ein besseres Verständnis für ihre Geschichte und Kultur zu schaffen. Auch gemeinsame Filmabende oder Literaturlesungen könnten zu einem kulturellen Austausch beitragen.

Gute Vernetzung

Einen wesentlichen Aspekt stellt auch die Integrationsförderung durch eine gute Vernetzung dar. So soll der Kontakt zum VfL, Flüchtlingsrat, Präventionsrat, zur Koordinierungsstelle MuT, zu Schulen, Kirchen, Diakonie, Arztpraxen oder Krankenhäusern weiter ausgebaut werden.

Die Homepage des Vereins - www.ewis.care - wurde überarbeitet und soll zusammen mit der vereinseigenen Ausgabe „EWiS blitz" für eine verlässliche und angemessene Außendarstellung sorgen.

Erfolge im Bereich Arbeit und Beruf

Kohnert hob im Besonderen die Erfolge im Bereich Arbeit und Beruf hervor. So haben fünf Geflüchtete erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen, sind in eine Weiterbeschäftigung gelangt und haben damit ihre Aufenthaltserlaubnis bekommen. Den gleichen Status streben Flüchtlinge an, die inzwischen acht Jahre in Deutschland leben, mindestens 18 Monate eine Arbeit haben und einen unbefristeten Arbeitsvertrag, wodurch sie sich selbst versorgen können. Sie müssen außerdem die deutsche Sprache sprechen und verstehen können.

Inzwischen konnten laut Kohnert 50 Flüchtlinge in 29 Betrieben in eine Arbeit gebracht werden. Ein Schüler hat erfolgreich das Abitur bestanden. Der Kontakt zu Betrieben und Unternehmen wird stetig intensiviert und ausgebaut. Der Verein kümmert sich um rund 150 Geflüchtete und Migranten und freut sich jederzeit über weitere Unterstützende, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten.

Gute Zusammenarbeit mit Sozialarbeiter

Mit dem neuen Samtgemeindesozialarbeiter Abdelhamid Badaoui besteht laut der Vorsitzenden eine gute Zusammenarbeit. „Er betreibt aufsuchende Sozialarbeit und kann mit vielen Flüchtlingen aufgrund seiner verschiedenen Sprachkenntnisse auf Augenhöhe kommunizieren", freut sie sich. Den jährlichen Zuschuss der Samtgemeinde über 8500 Euro für die Unterstützerarbeit des Vereins ließ sie ebenfalls nicht unerwähnt. (hm)

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