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Dienstag, 05.07.2022

Prellball: Wohnster Schülerinnen Deutsche Vizemeisterinnen

Fast wäre die ganz große Sensation gelungen, aber auch mit dieser Leistung und diesem Ergebnis hatte kaum jemand im Wohnster Prellballlager gerechnet. Denn: Nach 2019 ist im Prellball die erste Deutsche Jugendmeisterschaft wieder ausgerichtet worden, und die Wohnster Schülerinnen haben sich am vergangenen Wochenende selbst belohnt und erspielten die Silbermedaille.

Das Trainerteam um Julina Ehlert und Thea Heppner Wiese war sich bewusst, dass die Mädels gut drauf sind. Aber wie bei anderen Vereinen fanden kaum Turniere oder Qualifikationen statt, um festzustellen, wo man steht. Besonders die Mannschaften aus dem Westen und Süden waren den Wohnstern komplett unbekannt.

Am letzten Freitag ging es nach Wipperfürth in die DJH, um am Samstag früh in Meinerzhagen (bei Lüdenscheid) die Vorrunde zu starten. Zunächst ging es gegen das Team aus Eiche Schönebeck. Unlängst gab es tatsächlich ein Vorbereitungsspiel in Sittensen, das der MTV noch verlor.

Die Wohnsterinnen starteten leicht nervös bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft. Aber nach und nach steigerten sie sich und gewannen mit 37:33. Es folgte gleich ein weiterer Sieg gegen die jungen Mädchen aus Weiler am Bodensee mit 33:28. Damit war das Eis gebrochen, denn zwischenzeitlich stand fest, dass es sich damit um die beiden stärksten Gegnerinnen handelte.

Gegen Charlottenburg (49:25) und Berkenbaum (46:16) zeigte das Wohnster Team seine Dominanz an diesem Tag. Damit war der Gruppensieg und sogar schon das Halbfinale erreicht.

In der anderen Gruppe stellte der Kreisrivale aus Sottrum eine ähnliche Dominanz dar und sorgte dort für den Gruppensieg. Eileen Renk, Sophia Brunckhorst, Hilke Wölbern, Aylin Ehlen und Sophie Klindworth hatten schon mehr erreicht, als man sich im MTV-Lager erwünscht hatte. Doch der Finaltag am Sonntag stand zunächst unter keinem guten Stern. In der Herberge hatte sich eine Spielerin stark am Knöchel verletzt, so dass die anderen vier es richten mussten. Und das taten sie.

Der Gegner im Halbfinale kam aus Diepoldshofen (Allgäu). Der MTV führte schnell 4:0, 12:5 und sogar 19:10, ehe es zur Halbzeit 19:12 stand. Doch dann wurden die Mädels nervös. Schnell stand es plötzlich Mitte der zweiten Halbzeit nur noch 22:22. Jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe. Die mitgereisten Fans und Familien fieberten auf der Tribüne mit.

Die Partie blieb ausgeglichen, aber am Ende hatten die Wohnsterinnen das bessere Ende mit 30:28 und fielen sich glücklich in die Arme. Wer hätte damit gerechnet? Jetzt war die Silbermedaille schon sicher. Der Gegner im Finale hieß erwartungsgemäß TV Sottrum.

Zusätzlich zum Liveticker, der am ganzen Wochenende lief, wurde noch schnell ein Livestream auf Instagram eingerichtet, so dass alle Fans auch in Wohnste, auf dem Hurricane-Festival und sonst wo dabei sein konnten. Der Favorit war Sottrum führte denn auch mit 17:12 zur Halbzeit.

Doch in der zweiten Halbzeit mit dem eigenen Ball des MTV wurde es noch einmal spannend. Punkt um Punkt kamen die Wohnsterinnen heran und kämpften bis zur letzten Sekunde. Am Ende sollte es jedoch nicht mehr ganz reichen. Beim 28:29 kam der Schlusspfiff. Dennoch herrschte, nach kurzer Enttäuschung über die Chance zur Sensation, große Freude über den Pokal und die Silbermedaille.

Mittlerweile hatten sich in Wohnste Freunde und Familien für einen spontanen Überraschungsempfang zusammengeschlossen. Bei der Turnhalle warteten gegen 22 Uhr etwa 30 Personen und bereiteten den neuen Deutschen Vizemeisterinnen einen tollen Empfang und rundeten ein unvergessliches Wochenende ab.

Fotos: (Ehlert)
Thea Teppner-Wiese mit ihren Mädels nach der knappen Niederlage im Finale gegen Sottrum.

Stolz mit der Silbermedaille um den Hals: Hilke Wölbern, Sophie Klindworth, Eileen Renk, Sophia Brunckhorst, und Aylin Ehlen (von links) bei der Siegerehrung.

 

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