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Samstag, 01.10.2022

Personalnot in Kitas: Bürgermeister schlagen Alarm beim Kultusminister

Ein „Alarmsignal" haben alle Hauptverwaltungsbeamten aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme an den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne gerichtet. Grund: Der sich immer mehr zuspitzende Fachkräftemangel in den Kindertagesstäten, der die Kommunen vor immense Probleme stellt.

In einem einvernehmlich verfassten Brief von den Bürgermeistern der Samtgemeinden Sittensen (Jörn Keller, der den Anstoß für diese Initiative gab), Selsingen (Gerhard Kahrs), Zeven (Henning Fricke), Tarmstedt (Oliver Moje), Sottrum (Holger Bahrenburg), Bothel (Dirk Eberle), Fintel (Sven Maier), Geestequelle (Stephan Meyer), den Gemeinden Scheeßel (Ulrike Jungemann), Gnarrenburg (Marc Breitenfeld) sowie den Städten Bremervörde (Michael Hannebacher), Rotenburg (Torsten Oestmann) und Visselhövede (André Lüdemann) haben die Unterzeichnenden mehrere Forderungen zum Ausdruck gebracht:

Eine einheitliche duale Ausbildung, die leistungsgerecht vergütet wird und das Berufsbild stärkt, die gleichzeitige Verkürzung der Ausbildungsdauer auf drei Jahre, die Trennung von Schule und Praxis in Blöcken, damit Praxiserfahrung gesammelt werden kann, die Entlastung des Kita-Personals bezüglich administrativer Aufgaben und eine deutlich stärkere finanzielle Unterstützung des Landes sowie die Schaffung verlässlicher Voraussetzungen, damit Fachkräfte in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen können.

„Nur so wird eine verlässliche Betreuung ermöglicht. Ein gutes und umfassendes Betreuungsangebot in unseren Kommunen wird zur Utopie werden, wenn nicht entschlossen und zielgerichtet gehandelt wird. Die Leidtragenden sind ansonsten die Kinder, die Eltern, das Kita-Personal und die jeweiligen Träger der Einrichtungen", heißt es in dem Schreiben.

Die Verfasser machen deutlich, dass sich die personelle Lage in den Kitas von Monat zu Monat weiter zuspitzt: "Durch die Vollauslastung unserer Einrichtungen in Verbindung mit dem jahrelangen Fachkräftemangel kommen unsere Erzieherinnen und Erzieher kaum erholt aus dem Urlaub und beginnen den Dienst im neuen Kita-Jahr direkt wieder mit großer Sorge."

Denn erneut geht es darum, die Betreuung irgendwie mit letzter Kraft aufrecht zu erhalten. Der Wettbewerb um gutes Personal führe zu erheblichen Fluktuationen in der Belegschaft. Mehrere Einrichtungen hätten landkreisweit ihre Betreuungsangebote bereits wieder reduzieren müssen. „Es lassen sich zahlreiche Beispiele finden, wie negativ sich der Fachkräftemangel auf den Kitabetrieb auswirkt. Die Tatsache, dass sich der Höhepunkt des Fachkräftemangels erst 2027 zeigt, bereitet uns und den Eltern zunehmend Sorge", so die Bürgermeister.

Neue Kitas würden zwar gebaut werden, könnten aufgrund der Personalproblematik jedoch nicht vollumfänglich in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wecke die Landespolitik in Hinblick auf den Betreuungsumfang zunehmend Erwartungen bei den Eltern, die in der Praxis seitens der Gemeinden nicht erfüllt werden könnten.

„Die Bereitschaft der Landesregierung, die Probleme im Kita-Bereich entschlossen zu lösen, ist aus unserer Sicht leider nicht zu erkennen. Wird der Entwicklung jedoch nicht zeitnah konsequent entgegengesteuert, wird sich der Personalmangel auch in den kommenden Jahren weiter verschärfen", mahenen die Briefverfasser.

Ausdrücklich unterstützen die Bürgermeister die seit Jahren seitens des niedersächsischen Städtetages und des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes dem Ministerium immer wieder unterbreiteten Verbesserungsvorschläge, um dem Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten entgegenzuwirken. Diese seien jedoch bisher weitestgehend ungehört geblieben.

Abschließend laden die Unterzeichner den Kultusminister ein, sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und in den Dialog mit den Leitungen, den Erzieherinnen und Erziehern und den Trägern zu treten.

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