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Freitag, 07.10.2022

KGS: Fachkraft für Mediathek? Schulausschuss führt kontroverse Debatte

Ungeklärte Fragen standen im Raum, als der Ausschuss für Schule und Bildung der Samtgemeinde Sittensen in seiner jüngsten Sitzung über den Antrag der KGS auf Einstellung einer Bibliothekarin oder eines Bibliothekars in der neuen Mediathek zu befinden hatte: Wer hat wen nicht informiert? Mangelt es an Kommunikation zwischen Verwaltung und politischen Gremien? Gibt es mündliche Absprachen, die nicht weitergegeben wurden? Schulleiter Sven Evers berief sich auf eine mündliche Vereinbarung, die er und sein Stellvertreter Alfred Flacke mit Samtgemeindebürgermeister Stefan Tiemann getroffen hätten.

Eine ausgebildete Fachkraft für die Arbeit in der Mediathek sei wichtig und notwendig, hob Evers ein ums andere Mal hervor: „Es handelt sich bei uns um eine wissenschaftliche Bibliothek, die auch für Abiturprüfungen genutzt wird. Damit sie mit Literatur und Medien entsprechend geführt, sortiert und immer vollständig ist, muss eine adäquate Person fest angestellt sein." Für ihn sei dieses Thema aufgrund der Absprache ein Selbstgänger gewesen. „Ich möchte aber nicht, dass hier das Gefühl aufkommt, die KGS will immer mehr und schiebt einen Antrag nach dem anderen hinterher. Es war seit der Genehmigung der Oberstufe 2014 klar, dass in dem neuen Gebäude eine Mediathek eingerichtet wird, diese ausgestattet und Personal eingestellt werden muss. Das gehört zu unserem ganzheitlichen Konzept, das für die gesamte Schule gilt", betonte er.

Knackpunkt ist auch die Finanzierung einer solchen Stelle. Ein Ansatz ist bislang im Haushalt 2017 nicht veranschlagt. Die Einstellung eines Bibliothekars würde jährlich bei einer 39-Stunden-Woche mit 49.000 Euro zu Buche schlagen, 30 Stunden mit 37.500 Euro und 19,5 Stunden mit 24.500 Euro. Ordnungsamtsleiter Stefan Miesner verwies auf das Modell der Gymnasien Rotenburg, Bremervörde und Zeven, nach dem dort ungelernte Kräfte in den Bibliotheken arbeiten und vom Förderverein der Schulen eingestellt sind. Wie Verwaltungsmitarbeiterin Steffi Brandt mitzuteilen wusste, gewährt der Landkreis als Schulträger einen Zuschuss von 20.000 Euro. „Der Förderverein der KGS hat nur rund 100 Mitglieder bei 1200 Schülern. Da wird die Finanzierung ein Problem", gab Evers zu bedenken.

Gerhard Grimm (WFB) äußerte angesichts der angespannten Haushaltslage der Samtgemeinde Bedenken: „Wir können unseren Etat nicht ausgleichen, zudem stehen noch andere Vorhaben an. Als Samtgemeinderat sind wir dem Haushalt verpflichtet." Diedrich Höyns (SPD) stellte die Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit in der Bibliothek nicht in Abrede. Mängel sieht er indes in der Kommunikation. „Was die Schulbauten an der KGS anbelangen, sind die konzeptionellen Arbeiten nicht so gelungen. Die Zusammenhänge hätten besser vermittelt werden müssen. Absprachen sind offensichtlich nicht durchgedrungen. Das muss besser werden."

Er schlug vor, zunächst Gespräche mit dem Förderverein der KGS zu führen. Außerdem solle die Schule Mitgliederwerbung bei den Eltern betreiben. Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder an. Im Hinblick auf die Personalkosten kann er sich einen Zuschuss von der Samtgemeinde als Schulträger vorstellen. „Für mich ist die angedachte Stelle in der Mediathek komplett neu. Es ist ein Unding, dass der Rat darüber nicht informiert ist und ein Ansatz im Haushalt fehlt", monierte Herbert Osterloh (SPD). Das Gremium verständigte sich darauf, 5000 Euro mit Sperrvermerk für die Anschaffungen von Medien sowie Soft- und Hardware einzustellen.

Samtgemeindebürgermeister Stefan Tiemann dementiert auf Nachfrage Absprachen mit der Schulleitung. Es seien zwar Gespräche geführt worden, dabei aber klar die Aussage getroffen worden, dass ein entsprechender Antrag zu den Haushaltsberatungen gestellt werden müsse und die Politik zu entscheiden habe. „Der Antrag liegt vor, nun muss darüber beraten werden. Es ist logisch, dass ich das nicht allein entscheiden kann. Hätte es eine Vereinbarung gegeben, wäre von der Verwaltung im Haushaltsentwurf ein Ansatz für Personalkosten aufgenommen worden. Es ist die vornehmste Aufgabe des Rates, darüber zu entscheiden. Und das hat er jetzt zu tun", so Tiemann.

Der Aufbau der Oberstufe sei für alle Beteiligten Neuland. „Vieles muss sich entwickeln, die einen Dinge sind Pflicht, die anderen Kür." Sven Evers erklärt dazu auf Nachfrage: „Versprochen wurde vom Samtgemeindebürgermeister tatsächlich nichts, für mich war der Gesprächsverlauf aber wie eine Zusage. Die Entscheidung obliegt nun der Politik. Wir werden mit dem Förderverein sprechen und uns auch bei den anderen Vereinen erkundigen, wie es dort mit der Personalanstellung funktioniert." (hm)

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