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Montag, 26.06.2017

Versammlung des Heimatvereins: Mitgliederschwund bereitet Sorge

Der Heimatverein der Börde Sittensen steht vor einem Problem: „Uns sterben die Mitglieder weg", brachte es Vorsitzender Wilhelm Gohde bei der Mitgliederversammlung deutlich zum Ausdruck: „Altersbedingt verlieren wir Mitglieder, es gelingt uns aber nicht, neue zu gewinnen." Zudem bedauerte er, dass nur wenige Beitritte aus den Dörfern zu verzeichnen sind. „Obwohl wir ein Verein der Börde sind", betonte er.

Kassenwart Heinz-Hermann Evers untermauerte Gohdes Aussage. „Jedes Jahr werden es weniger Mitglieder, aktuell haben wir 224. Es kommen aber keine neuen nach. Das ist ein großes Thema." Und dennoch: Das Fazit über die letztjährigen Veranstaltungen fiel durchweg positiv aus. Vor allem der Weihnachtsmarkt verzeichnete dem Vorstand zufolge eine gute Beteiligung, was sich auch finanziell an den Einnahmen bemerkbar gemacht habe. „Lediglich die Flettabende haben mit einem Minus abgeschlossen", wusste Evers zu berichten. 

Die Wahlen verliefen zügig, denn die zur Disposition stehenden Vorstandsposten wurden intern besetzt. Nach 29 Jahren schied Alfred Rathjen als Schriftwart aus. Für seine Verdienste wurde er gebührend gewürdigt. Und es wurde ihm noch eine besondere Überraschung zuteil. Denn: Gohde verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft. Sein Amt übt künftig Hans Hauschild aus, der im Gegenzug seine Funktion als Pressewart zur Verfügung stellte. Die übernimmt Heinz-Hermann Evers, der als Kassenwart ebenso wiedergewählt wurde. Auch der stellvertretende Vorsitzende, Hartmut Vollmer, verbleibt weiterhin in seiner Position. Als Beisitzer bestätigt wurden Regina Suhr, Günter Dittmer, Erwin Bachmann, Hildegard Hollmann und Ralf Somann.

Dem ehrenamtlichen Einsatz der freiwilligen Helfer des Vereins zollte Gohde besonderes Lob: „Das ist unser höchstes Gut, vor allem in Anbetracht des altersbedingten Mitgliederverlustes." Wenngleich die Mitgliederentwicklung Anlass zur Sorge gibt, wussten die Spartenleiter nur Positives zu berichten.

Sparten mit gutem Zulauf

Seit 1998 laufen bereits unter der Federführung des Heimatvereins in der Wassermühle die Web- und Spinnkurse. Das Interesse ist ungebrochen, wie Anita Klindworth im Namen der Gruppe zu berichten wusste. „Die neuen Kurse sind auch schon belegt", teilte sie voller Freude mit. Und sie wies darauf hin, dass durch den Tod von Museumsleiterin Birgit Weiden die Web- und Spinngruppe eine sehr engagierte Person verloren habe, die sich immer dafür eingesetzt habe, dieses alte Handwerk zu bewahren und ihr Wissen an die Gruppe weiterzugeben.

Die Sparte Chronik und Schrifttum bezeichnete Gohde als „Basis" des Vereins. Deren Wirkungsstätte liegt im Haus der Vereine und der Geschichte, dem „Dreh- und Angelpunkt der Vereinsaktivitäten", wie Gohde hervorhob. Rundum zufrieden zeigte sich denn auch Leiter Hartmut Vollmer. Seinem Bericht zufolge trifft sich die Gruppe jeden ersten Dienstag im Monat und ist sehr aktiv. Altes Material wird gesichtet, archiviert, digital erfasst und mit Verzeichnissen ausgestattet. Eines der langfristigen Projekte ist die Erstellung des Zeitzeugenbuches „Geschichte der Börde Sittensen von 1957 bis Heute."

Vollmer freute sich, dass zwei neue Mitarbeiter die Gruppe dabei verstärken werden: Heinz-Hermann Evers und Hermann Dodenhof, die Quellenforschung für die Jahre 2010 bis 2012 betreiben wollen. Als „Erfolgsmodell" bezeichnete er die Ausstellungsreihe Bördedörfer – Gestern und heute" in der Wassermühle. Die Vierdener Präsentation habe für eine Rekordbesucherbezahl gesorgt. Weitere Dörfer stünden bereits auf der Warteliste.

Regina Suhr, die sich in der Vergangenheit um die Organisationen von Ausflugsfahrten gekümmert hat, teilte mit, dass sie in diesem Jahr aus Zeitgründen nicht dafür zuständig sein könne. Kritik übte sie am Anmeldeverhalten der Teilnehmer, denn zuletzt sei es immer wieder zu sehr kurzfristigen Abmeldungen gekommen. 

Weihnachtsmarkt erweitern?

Lobende Worte fand auch Bürgermeister Diedrich Höyns. Dabei hob er sowohl den ehrenamtlichen Museumsdienst in der Wassermühle als auch das engagierte Wirken der Sparte Chronik und Schrifttum hervor: „Das ist Gedächtnisbewahrung für nachfolgende Generationen." Auch die Ausstellungen über die Bördedörfer beschrieb er als „tolle Dokumentationen für die Orte."

Er griff aber auch die aktuellen Diskussionen um die Gestaltung des Sittenser Weihnachtsmarktes auf. Denn: Der Verein Zukunft Börde Sittensen möchte am Samstag die Flaniermeile erweitern und mit eigenen Aktivitäten bereichern und beleben. „So könnte es zu einem Lückenschluss zwischen der Kreuzung der Lindenstraße und dem Bereich am Markt kommen. Und auch die Geschäfte könnten mit eingebunden werden. Am Ablauf des Sonntags soll nichts geändert werden", so Höyns.

Der Vorstand des Heimatvereins tut sich indes schwer damit. Gespräche zwischen den Verantwortlichen haben bereits stattgefunden. Höyns appellierte darum, der Heimatverein möge offen und kompromissbereit sein: „Wir wollen doch alle das Gleiche, den Ort attraktiver machen und für mehr Belebung sorgen." (hm)